Krypto-Derivate-Rennen: Kalshi und Polymarket starten Perpetual Futures

Zwei der größten Prognosemärkte der USA, Kalshi und Polymarket, drängen mit Krypto-Perpetual-Futures auf den Markt. Die Ankündigungen erfolgten innerhalb weniger Tage – ein Zeichen für den wachsenden Wettbewerb um Händler in diesem Segment.

Kalshi startet am 27. April mit „Timeless“-Produkt

Der CFTC-regulierte Prognosemarkt Kalshi, mit einer Bewertung von 11 Milliarden US-Dollar, bringt am 27. April in New York City Krypto-Perpetual-Futures auf den Markt. Das Produkt mit dem Codenamen „Timeless“ ermöglicht den Handel ohne Ablaufdatum – ein Novum für die Plattform. CEO Tarek Mansour kündigte den Start in einem kryptischen LinkedIn-Video mit einer rotierenden Torus-Form an.

Zu Beginn werden Bitcoin und weitere Kryptowährungen handelbar sein, wobei zunächst US-Dollar als Sicherheiten akzeptiert werden. Kalshi plant zudem, in Q2 2024 Stablecoin-Kollateral einzuführen.

Polymarket reagiert mit 24/7-Handel

Nur wenige Stunden vor Kalshis Ankündigung am 21. April gab Polymarket (Bewertung: 9 Mrd. US-Dollar) bekannt, ebenfalls Perpetual Futures anzubieten. Die Plattform ermöglicht es Nutzern, rund um die Uhr auf Prognosemärkte zu setzen – ohne auf Vertragsabläufe zu warten. In einer direkten Reaktion auf Kalshi wirbt Polymarket mit dem Slogan:

„Gehen Sie long oder short in den Märkten, die Sie kennen – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.“

Mechanik der Perpetual Futures

Im Gegensatz zu klassischen Event-Kontrakten ermöglichen Perpetual Futures den Handel von Asset-Preisen ohne Besitz des zugrundeliegenden Tokens. Ein Funding-Rate-Mechanismus sorgt dafür, dass der Kontraktpreis an den Spot-Markt gekoppelt bleibt.

Für Kalshi markiert das Produkt den ersten Schritt über binäre Event-Kontrakte hinaus. Polymarket fügt damit eine kontinuierliche Handelsschicht zu seinem bisherigen auflösungsbasierten Modell hinzu.

Regulatorische Vorteile für Kalshi

Kalshis CFTC-Regulierung gibt der Plattform einen strukturellen Vorteil gegenüber Offshore-Derivateplattformen. Der CFTC-Vorsitzende hat angekündigt, Perpetual Futures unter Aufsicht zu stellen – ein Schritt, der regulierte Anbieter begünstigen könnte.

Polymarket hingegen operiert außerhalb der US-Regulierung, was potenzielle Risiken birgt. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James verklagte heute Coinbase und Gemini, weil deren Prognosemärkte als illegale Glücksspielplattformen gelten könnten. Die Klage wirft den Plattformen vor, Wetten auf Ereignisausgänge ohne Genehmigung anzubieten und Minderjährige finanziellen Risiken auszusetzen.

Marktvolumen und Wachstum

Beide Plattformen verzeichnen starke Zahlen: Im März 2026 wurden 192 Millionen Transaktionen auf Prognosemärkten abgewickelt. Kalshi meldete erstmals monatliche Krypto-Handelsvolumina von über 1 Milliarde US-Dollar (Daten: Dune Analytics). Die jährliche Handelsmenge liegt bei über 100 Milliarden US-Dollar. Polymarket berichtete im ersten Quartal 2026 von wöchentlichen Nominalvolumina von über 1 Milliarde US-Dollar.

Fazit: Wer setzt sich durch?

Während Kalshi von regulatorischer Klarheit profitiert, setzt Polymarket auf schnelle Innovation und 24/7-Handel. Beide Plattformen könnten den Krypto-Derivate-Markt neu definieren – doch die rechtlichen Rahmenbedingungen bleiben ein entscheidender Faktor.

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