Kanada hat ein neues Handelsabkommen mit China geschlossen, das den Import von jährlich bis zu 49.000 in China produzierten Elektroautos mit einem stark reduzierten Zoll von 6,1 % ermöglicht. Bisher lag der Zoll bei 100 %. Die ersten 24.500 Lizenzen für die ermäßigten Zölle sind seit Ende März verfügbar und sollen bis zum 31. August nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben werden.

Doch bisher wurde keine einzige Lizenz vergeben. Das könnte sich bald ändern, denn Tesla hat angekündigt, ab sofort ein in China produziertes Modell 3 in Kanada zu einem deutlich niedrigeren Preis anzubieten. Der neue Einstiegspreis liegt bei 39.490 kanadischen Dollar (ca. 29.007 US-Dollar) – ein starker Kontrast zum bisherigen Einstiegspreis des Model 3 Long Range AWD von 79.990 kanadischen Dollar (ca. 58.700 US-Dollar).

Die kanadische Regierung fürchtet, dass Tesla den Großteil der Quote für sich beanspruchen könnte. Daher prüft sie nun, wie die Lizenzen fairer verteilt werden können. Neben Tesla könnten auch Volvo und Polestar – beide zur Geely-Gruppe gehörend – von der Quote profitieren. Ab dem 1. September, wenn die zweite Hälfte der 49.000 Lizenzen verfügbar wird, könnte das System angepasst werden, um einzelnen Herstellern feste Kontingente zuzuweisen.

Zu den möglichen Nutznießern zählen auch neue Marktteilnehmer wie BYD, Chery und die zum Geely-Konzern gehörende Marke Zeekr. Diese Unternehmen haben kürzlich eine massive Personaloffensive in Kanada gestartet, um schnell lokale Vertriebsstrukturen aufzubauen und Fahrzeuge vor Ort zu verkaufen.

Die kanadische Regierung erwägt zudem, Unternehmen zu bevorzugen, die Produktionsstätten in Kanada errichten. Dies könnte langfristig die Abhängigkeit von Importen verringern und die lokale Wirtschaft stärken.

Quelle: CarScoops