Ein neuer, parteiübergreifender Gesetzentwurf des kalifornischen Senators Adam Schiff (Demokraten) wird von den größten KI-Entwicklern der Welt – darunter OpenAI, Google und Microsoft – unterstützt. Das Gesetz mit dem Namen LIFT AI Act zielt darauf ab, die K-12-Lehrpläne um „KI-Lesefähigkeit“ zu erweitern. Doch bereits jetzt gibt es Kritik, da sowohl Schüler als auch Lehrer die Integration von KI in den Unterricht ablehnen.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass der Direktor der National Science Foundation (NSF) Fördergelder für die Entwicklung von Lehrmaterialien, Lehrerfortbildungen und Evaluierungsmethoden für KI-Kompetenzen an Schulen vergibt. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen das notwendige Wissen zu vermitteln, um KI effektiv zu nutzen, deren Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und potenzielle Risiken zu erkennen.

Zu den Unterstützern des Gesetzes gehören neben OpenAI, Google und Microsoft auch der American Federation of Teachers, die Information Technology Industry Council und HP Inc.

In einer Pressemitteilung betonte Senator Schiff:

„Mit der wachsenden Verbreitung von KI in allen Branchen ist es entscheidend, dass unsere Jugend und Arbeitskräfte auf diese Veränderungen vorbereitet sind.“

Hintergrund des Gesetzes ist die Nationale KI-Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, die die Förderung von KI-Kompetenzen in der Bildung vorsieht. Allerdings steht die NSF seit einem Jahr ohne Direktor da, nachdem der ehemalige Amtsinhaber im Zuge von Kürzungen durch die Trump-Administration zurückgetreten war. Erst kürzlich wurden alle 22 Mitglieder des National Science Board (NSB), das die NSF überwacht, ohne Begründung entlassen. Jim O’Neill, Trumps designierter Nachfolger, ist ein Finanzexperte ohne wissenschaftliche Hintergrund und ehemaliger Mitarbeiter von Peter Thiel.

Das Gesetz würde folgende Maßnahmen finanzieren:

  • Entwicklung von Evaluierungstools für Lehrkräfte zur Messung der KI-Kompetenzen von Schülern,
  • Angebot von Fortbildungen für Lehrer im Umgang mit KI,
  • Bereitstellung von praktischen Lernwerkzeugen zur Verbesserung der KI-Lesefähigkeit,
  • Anpassung bestehender Lehrpläne, um KI verantwortungsvoll in den Unterricht zu integrieren.

Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass viele Schüler und Lehrer KI bereits jetzt als Belastung empfinden. Studien zeigen, dass Kinder zunehmend auf KI-Modelle zurückgreifen, um Lerninhalte zu umgehen, was ihre schulische und soziale Entwicklung beeinträchtigt. Erst im vergangenen Jahr kündigte der American Federation of Teachers eine 23-Millionen-Dollar-Partnerschaft mit Microsoft, OpenAI und Anthropic an, um Lehrkräfte im Umgang mit KI zu schulen. Anfang dieses Jahres verließ die Gewerkschaft zudem die Plattform X, nachdem dort vermehrt Hassrede und Desinformation verbreitet wurden.

Quelle: 404 Media