Auf einem Boot in San Francisco trafen sich drei Investoren, die sich auf Klimatechnologien spezialisiert haben. Doch dies war kein Scherz, sondern der Auftakt einer Diskussion während der San Francisco Climate Week im Rahmen des Heatmap House. Das Event fand an Bord der Klamath statt – einem Veranstaltungsort, der aus einem alten Schiff umgebaut wurde.

Moderiert wurde die Runde von Katie Brigham von Heatmap. Ihre Gesprächspartner waren Gabriel Kra (Managing Director von Prelude Ventures), Matthew Nordan (Mitgründer von Azolla Ventures) und Susan Su (Partnerin bei Toba Capital). Alle drei setzen auf Technologien, die von anderen Investoren oft gemieden werden.

„Was nach Konträrdenken aussieht, ist quasi unser Kerngeschäft“, erklärte Kra. „Manchmal steckt hinter einer vermeintlich schlechten Idee eine großartige Lösung.“

Prelude Ventures investiert gezielt in frühe Klimatechnologien, die als „seltsam, nicht konsensfähig oder zyklenunabhängig“ gelten. Kra betonte: „Wir suchen nach Unternehmen, die dem Mainstream voraus sind – sei es durch ihre Technologie, ihren Marktansatz oder ihre Timing.“

Nordan von Azolla Ventures geht noch einen Schritt weiter: Trotz Zweifeln an der Marktakzeptanz setzt er auf Laborfleisch. „Aktuell investiere ich in Pythag Technologies, ein KI-Unternehmen, das sich auf kultiviertes Fleisch konzentriert“, erklärte er. „Gerade jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um in solche Nischen zu investieren – wenn andere zögern.“

Auch Su von Toba Capital sieht in unkonventionellen Investments eine Chance. „Wir sind sehr offen für ungewöhnliche Projekte und investieren über verschiedene Branchen und Entwicklungsphasen hinweg“, sagte sie. Als Beispiel nannte sie Xeno, ein Unternehmen, das elektrische Motorräder für gewerbliche Nutzer in Schwellenländern wie Ostafrika anbietet – inklusive Batteriewechsel- und Energienetzwerken.

Die Investoren sind überzeugt, dass gerade solche scheinbar riskanten Wetten langfristig belohnt werden können. „Wir haben bereits vor Jahren auf Fusionsenergie gesetzt – lange bevor das Thema in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wurde“, so Kra mit einem Augenzwinkern.

Nordan ergänzte: „Venture Capital füllt eine Lücke, die große institutionelle Investoren oft nicht bedienen können – besonders bei Technologien, die noch zu früh, zu ungewöhnlich oder zu risikoreich für den Mainstream sind.“ Für ihn ist klar: „Wenn echte Durchbrüche möglich sind, darf der Finanzsektor nicht zögern, auch wenn die Ideen zunächst absurd wirken.“