Lufthansa kürzt 20.000 Flüge wegen hoher Treibstoffkosten

Die Lufthansa Group reagiert auf die stark gestiegenen Kerosinpreise durch die Konflikte im Nahen Osten und streicht bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge. Dadurch sollen rund 40.000 Tonnen Kerosin eingespart werden. Die Maßnahme betrifft vor allem unrentable Routen innerhalb des Lufthansa-Verbunds, zu dem auch Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways gehören.

Weniger Flüge, aber stabileres Netzwerk

„Passagiere haben weiterhin Zugang zum globalen Streckennetz, insbesondere zu Langstreckenverbindungen“, teilte das Unternehmen mit. „Durch die effizientere Gestaltung erreichen wir dies jedoch mit deutlich geringeren Kosten.“ Die Kerosinpreise haben sich aufgrund von Produktionsverzögerungen und Transportengpässen – darunter Störungen im Persischen Golf, der 41 % der europäischen Kerosinimporte liefert – mehr als verdoppelt. Bereits 120 Flüge wurden gestrichen, darunter Verbindungen von Frankfurt nach Bydgoszcz (Polen), Rzeszów (Polen) und Stavanger (Norwegen). Die Kürzungen gelten bis zum 31. Mai.

Umwege über große Drehkreuze

Um die Effizienz zu steigern, werden zehn Kurzstreckenverbindungen innerhalb des Lufthansa-Verbunds gestrichen und Passagiere über größere Drehkreuze umgeleitet. Betroffen sind unter anderem folgende Ziele:

  • Heringsdorf und Stuttgart (Deutschland)
  • Wrocław und Gdańsk (Polen)
  • Städte in Irland, Slowenien, Kroatien, Rumänien, Norwegen und Montenegro

Reisende müssen stattdessen über Drehkreuze wie Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel oder Rom fliegen. Betroffene Passagiere werden direkt informiert.

Weitere Anpassungen geplant

Die Lufthansa Group kündigte an, bis Ende April oder Anfang Mai weitere Anpassungen an der Flugplanung vorzunehmen. Dabei geht es um Kapazitätsreduzierungen, darunter auch bei den Sommer-Kurzstreckenflügen. Trotz der Kürzungen sichert das Unternehmen eine stabile Treibstoffversorgung für die geplanten Flüge im Sommer zu. Dazu gehören Maßnahmen wie der Abschluss von Treibstofflieferverträgen und Preisabsicherungen.

„Wir passen unser Netzwerk strategisch an, um auch in unsicheren Zeiten eine zuverlässige Verbindung zu bieten.“ – Lufthansa Group

Branche reagiert auf steigende Kerosinpreise

Die Lufthansa Group ist nicht das einzige Unternehmen, das auf die aktuellen Herausforderungen reagiert. Auch andere Airlines haben bereits Kürzungen angekündigt oder planen Preiserhöhungen:

  • Air Transat (Kanada): Streichung von Flügen nach Europa und in die Karibik
  • KLM, Air India, Air New Zealand, Delta Air Lines: Kürzungen bei bestimmten Routen
  • United Airlines: Geplante Preiserhöhungen von bis zu 20 % zur Kompensation der höheren Treibstoffkosten

Ausblick: Höhere Preise und weniger Auswahl möglich

Experten gehen davon aus, dass die aktuellen Entwicklungen zu höheren Ticketpreisen und einer geringeren Auswahl an Verbindungen führen könnten. Passagiere sollten bei Buchungen frühzeitig prüfen, ob ihre Route von den Kürzungen betroffen ist, und gegebenenfalls Alternativrouten in Betracht ziehen.