LinkedIn hat sich der Welle von Entlassungen in der Tech-Branche angeschlossen und streicht rund 5% seiner Belegschaft. Laut aktuellen Schätzungen könnten bis zu 875 Mitarbeiter betroffen sein. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen einer umfassenden Reorganisation, wie aus einer internen E-Mail des CEOs Daniel Shapero hervorgeht.
In seiner Mitteilung an die Mitarbeiter, die um 7 Uhr morgens (PT) verschickt wurde, nannte Shapero keine konkreten Gründe wie künstliche Intelligenz. Stattdessen betonte er die Notwendigkeit, sich an ein sich wandelndes Marktumfeld anzupassen. „Um diese Phase zu meistern, müssen wir unsere Produkte, Geschäfte und Plattformen grundlegend verändern und gleichzeitig profitabler arbeiten“, erklärte er. „Dafür sind harte Priorisierungen und Kompromisse notwendig.“
Die Kürzungen betreffen fünf verschiedene Unternehmensbereiche. Zudem sollen Investitionen in Marketingkampagnen, externe Dienstleister, Kundenveranstaltungen und ungenutzte Büroflächen reduziert werden. LinkedIn hat seinen Hauptsitz in Sunnyvale, Kalifornien.
Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Entlassungen gegenüber Fast Company, ohne jedoch die genaue Anzahl der betroffenen Mitarbeiter zu nennen. „Im Rahmen unserer regelmäßigen Geschäftsplanung haben wir organisatorische Veränderungen vorgenommen, um uns optimal für zukünftigen Erfolg aufzustellen“, so die Stellungnahme.
Ironie der Tech-Branche
Es wirkt fast paradox: Ausgerechnet die Plattform, auf der Nutzer über Entlassungen informiert werden, führt selbst solche Maßnahmen durch. Erst vor wenigen Wochen hatte Microsoft überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt – darunter ein Umsatzplus von 12% bei LinkedIn im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch kündigte der Konzern an, erstmals Mitarbeiter über freiwillige Abfindungen zu reduzieren, um die Umstellung auf KI zu beschleunigen. Auch in den Vorjahren hatte Microsoft bereits Entlassungswellen bekannt gegeben. Die Übernahme von LinkedIn durch Microsoft erfolgte 2016.
Trotz der aktuellen Entwicklungen verzeichnete die Microsoft-Aktie am Mittwoch einen leichten Rückgang von etwa 0,6%, während der S&P 500 auf ein neues Rekordhoch zusteuert.