Der Rücktritt von Marty Makary als Leiter der US-Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) markiert einen weiteren Einschnitt in der Führung der Behörde. Makary, der erst im Juni 2023 sein Amt antrat, verlässt die FDA nach nur 13 Monaten – ein Zeitraum, geprägt von internen Konflikten und politischen Spannungen.

Warum Makary gehen musste

Laut Präsident Donald Trump verließ Makary die Behörde freiwillig, nachdem er sowohl intern als auch extern unter Druck geraten war. Trump äußerte sich in einer Pressekonferenz: „Marty ist ein toller Kerl. Er hatte nur einige Schwierigkeiten.“ Später schrieb er auf Truth Social, Makary sei ein „harter Arbeiter, der von allen respektiert wurde“ und eine „herausragende Karriere in der Medizin“ vor sich habe.

Die Gründe für seinen Rücktritt sind jedoch komplexer: Makary stand in der Kritik, weil er einige Prioritäten der Trump-Administration nicht umsetzte. Zudem gab es Beschwerden von Investoren in der Gesundheitsbranche über unberechenbare regulatorische Entscheidungen, die vielversprechende Medikamente ablehnten.

Interne Führungskrise bei der FDA

Mit Makarys Abgang verschärft sich die Führungskrise bei der FDA. Mehrere Schlüsselpositionen sind vakant, darunter die Direktorenposten für die Bereiche Arzneimittel und Biologika. Zudem bleibt unklar, ob ein Nachfolger die Bemühungen zur Beschleunigung klinischer Studien und anderer Regulierungsverfahren fortsetzen wird.

Bis auf Weiteres übernimmt Kyle Diamantas, ein Anwalt aus Florida und bekannter Freund von Donald Trump Jr., die interimistische Leitung der Behörde. Diamantas war bisher für das Lebensmittelressort der FDA zuständig. David Mansdoerfer, ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter im Gesundheitsministerium, kommentierte auf X (ehemals Twitter), Diamantas verfüge über die nötige regulatorische und juristische Expertise, um die Übergangsphase zu meistern.

Mögliche Nachfolger und politische Einflüsse

Als mögliche Kandidaten für die dauerhafte Nachfolge Makarys gelten unter anderem Stephen Hahn, ehemaliger FDA-Kommissar unter Trump, und Brett Giroir, der bereits als kommissarischer Leiter fungierte. Die Suche nach einem Nachfolger wird jedoch durch die politische Polarisierung erschwert.

Bereits vor Makarys offiziellen Rücktritt hatten verschiedene Interessengruppen – von Lobbyisten für E-Zigaretten bis hin zu unabhängigen Ärzten und Anti-Abtreibungs-Politikern – eine Neuausrichtung der FDA gefordert. Dies unterstreicht, wie sehr die Behörde in den letzten Monaten von politischen Einflüssen und organisatorischen Umbrüchen geprägt war.

Kritik und Unterstützung für Makary

Makarys Führungsstil und Personalentscheidungen standen in der Kritik. Chris Meekins, Analyst bei Raymond James, schrieb in einer Stellungnahme, Makary habe viele von der Industrie gewünschte Maßnahmen nicht umgesetzt und sei letztlich an seiner Managementweise gescheitert.

Gleichzeitig fand Makary auch Unterstützer, darunter einige demokratische Politiker. Senator Dick Durbin (D-Ill.) sagte: „Ich hoffe, Dr. Makary wird andere in der Trump-Administration inspirieren, Rückgrat zu zeigen und die Familien Amerikas über blinde Loyalität zum Präsidenten zu stellen.“

John Crowley, CEO des Biotech-Verbandes BIO, betonte, Makary habe eine Behörde in der Krise von den Folgen der „DOGE“-Entlassungen (Anm.: mögliche Anspielung auf Massenentlassungen unter der vorherigen Führung) übernommen und dann weitere Führungswechsel und Unsicherheiten erlebt.

„Die FDA steht vor enormen Herausforderungen – von der Arzneimittelzulassung bis hin zur politischen Einflussnahme. Makarys Abgang ist nur ein Symptom für tiefgreifende strukturelle Probleme.“
Gesundheitsexperte, anonym

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Die FDA bleibt ein zentraler Akteur in der US-Gesundheitspolitik. Doch die anhaltenden Führungswechsel und politischen Spannungen könnten die Arbeit der Behörde weiter erschweren. Der Senat muss nun nicht nur einen neuen FDA-Kommissar bestätigen, sondern auch über weitere Nominierungen wie den CDC-Direktor und den Generalchirurgen entscheiden. Die Zukunft der regulatorischen Entscheidungen – insbesondere in den Bereichen klinische Studien und Arzneimittelzulassung – bleibt ungewiss.

Quelle: Axios