Die New York Mets erleben eine der enttäuschendsten Spielzeiten ihrer jüngeren Geschichte. Ein zentraler Grund dafür: Mark Vientos, ein junger Spieler, der eigentlich nicht als Stammkraft geplant war, steht nun täglich auf der Position des First Baseman. Doch wie konnte es so weit kommen?
Die Ausgangslage: Eine riskante Entscheidung im Winter
Vor der Saison traf die Mets-Führung eine mutige, aber umstrittene Entscheidung: Sie ließen Pete Alonso, den besten Home-Run-Schläger der Franchise-Geschichte, für fünf Jahre zu einem anderen Team ziehen – im Austausch für eine hohe Ablösesumme. Alonso spielte anschließend eine durchwachsene Saison bei den Orioles. Die Mets mussten nun einen Ersatz finden.
Als Lösung verpflichteten sie Jorge Polanco, einen erfahrenen, aber oft verletzungsanfälligen Second Baseman. Die Idee: Polanco sollte auf die erste Base wechseln. Gleichzeitig galt Vientos, ein vielversprechender Prospect, zusammen mit Brett Baty als potenzieller Trade-Kandidat. Doch statt abgegeben zu werden, landeten beide im Kader – als Notlösung und taktische Option.
Die Realität: Verletzungen und unerwartete Lücken
Doch die Rechnung ging nicht auf. Polanco, der nie zuvor als First Baseman gespielt hatte, kämpft nun mit Verletzungen. Nach einem langsamen Start wurde er Mitte April auf die Verletztenliste gesetzt – zunächst wegen eines geprellten Handgelenks, später wegen einer hartnäckigen Achillessehnen-Bursitis. Trotz einer Freigabe für Baseball-Aktivitäten Anfang dieser Woche kann er aktuell kaum spielen. „Wir müssen ihn erst wieder asymptomatisch bekommen“, erklärte Mets-Manager David Stearns. „Das ist noch nicht der Fall.“
Die Folgen sind dramatisch: Die Mets liegen derzeit auf dem letzten Platz der Liga und haben die zweitwenigsten Siege aller Teams. Vientos, der normalerweise nicht einmal in einem Top-Team als Stammspieler durchgehen würde, steht nun täglich auf der ersten Base. Baty, eigentlich ein Third Baseman, spielt dort ebenfalls – während Bo Bichette, der eigentlich als Shortstop verpflichtet wurde, nach einer Verletzung von Francisco Lindor wieder auf seine alte Position zurückkehrte.
Ein Dominoeffekt aus Fehlentscheidungen und Pech
Die Situation bei den Mets ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Mischung aus strategischen Fehlern und Verletzungspech. Alonso, der mit seinen Homeruns die Offensive prägte, fehlt nun. Polanco, der als Ersatz verpflichtet wurde, kann seine Rolle nicht ausfüllen. Und Vientos, der eigentlich als Backup oder Designated Hitter gedacht war, wird nun zum Symbol für die Misere des Teams.
Ob die Mets diese Saison noch retten können, bleibt fraglich. Doch eines ist klar: Die Rolle von Mark Vientos zeigt, wie schnell selbst gut gemeinte Pläne in der MLB scheitern können – besonders, wenn das Glück nicht mitspielt.