Die finanzielle Unsicherheit in den USA erreicht ein neues Rekordhoch: Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup geben 55 Prozent der befragten Amerikaner an, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert. Dieser Wert liegt höher als zu jedem anderen Zeitpunkt der vergangenen 25 Jahre – selbst während der Pandemie oder der Finanzkrise.

Die Erhebung wurde zwischen dem 1. und 15. April durchgeführt und zeigt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren: 2024 waren es noch 47 Prozent, 2023 bereits 53 Prozent. Damit setzt sich ein negativer Trend fort: Seit fünf Jahren in Folge überwiegt bei den Bürgern das Gefühl, dass sich ihre Finanzen verschlechtern, statt zu verbessern.

Hauptsorgen: Lebenshaltungskosten und Energiepreise

Auf die Frage nach den größten finanziellen Problemen nannten 31 Prozent der Befragten die steigenden Lebenshaltungskosten als größte Belastung. Die Energiekosten spielen ebenfalls eine zentrale Rolle: 13 Prozent der Amerikaner sehen darin ihr drängendstes finanzielles Problem – ein Anstieg um zehn Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und der höchste Wert seit 2008.

Die jüngste Entwicklung ist eng mit den gestiegenen Spritpreisen verbunden. Seit dem Beginn des Krieges in Iran am 28. Februar 2024 ist der durchschnittliche Preis für eine Gallone Benzin von unter drei auf aktuell 4,11 US-Dollar (AAA-Daten) gestiegen. Viele Bürger machen die aktuelle Politik für diese Entwicklung verantwortlich.

Politische Folgen: Druck auf Trump und die Republikaner

Die anhaltende finanzielle Belastung der Haushalte stellt eine wachsende Herausforderung für Präsident Donald Trump und die Republikaner dar – insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Midterm-Wahlen. Die Inflation mag zwar niedriger sein als während ihrer Amtszeit 2022, doch die aktuellen Preisentwicklungen belasten die Bürger weiterhin stark. Die Kombination aus hoher Inflation und gestiegenen Energiepreisen verschärft die wirtschaftliche Unsicherheit in weiten Teilen der Bevölkerung.

Experten warnen, dass die anhaltende Kaufkraftschwäche langfristige Folgen für den Konsum und die Wirtschaft haben könnte. Bislang gibt es keine Anzeichen für eine schnelle Entspannung der Lage.

Quelle: Axios