Ein texanisches Geschworenengericht hat die NCAA zu einer Rekordsumme von 140 Millionen US-Dollar verurteilt. Der Fall betrifft den ehemaligen SMU-College-Footballspieler J.T. Davis, der 2017 an den Folgen einer schweren chronischen traumatischen Enzephalopathie (CTE) starb.

Die Familie Davis hatte die NCAA verklagt und argumentierte, dass der Verband durch mangelnden Schutz der Spieler eine Mitverantwortung am Tod des Athleten trage. Das Gericht sprach der Familie 30 Millionen Dollar Schadensersatz und 110 Millionen Dollar als Strafschadensersatz zu. Allerdings begrenzt Texas Strafschadensersatz auf maximal 750.000 Dollar – eine Regelung, die bei wohlhabenden Beklagten oft als unzureichend kritisiert wird.

Die NCAA reagierte mit einer offiziellen Stellungnahme und erklärte, man teile die Trauer der Familie, widerspreche jedoch dem Urteil. „Die vorgelegten Beweise basieren auf dem heutigen Wissensstand, nicht auf dem Kenntnisstand der 1950er-Jahre, als Davis spielte“, so die Organisation. Die NCAA betonte zudem ihre laufenden Bemühungen zur Verbesserung der Spieler Sicherheit, darunter die Finanzierung einer der größten unabhängigen Studien zu Gehirnerschütterungen im Sport.

Gleichzeitig kündigte der Verband an, das Urteil nicht hinzunehmen: „Wir werden alle rechtlichen Optionen ausschöpfen, einschließlich einer Berufung.“

Der Fall wirft erneut Fragen zur Haftung von Sportverbänden bei Langzeitfolgen von Verletzungen auf. Kritiker bemängeln, dass Strafschadensersatz in Texas für finanzstarke Organisationen wie die NCAA kaum abschreckende Wirkung entfalte.