Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat mit der neuen Website HSTF.gov ein digitales Aushängeschild für ihre stadtbesetzenden Homeland-Security-Taskforces geschaffen. Die Seite, die am Freitag online ging, wurde erstmals über das X-Konto des FBI angekündigt. Ihr Motto: „We don’t negotiate. We dismantle.“

Modernes Design, unklare Botschaft

Auf den ersten Blick wirkt die Website wie ein Pitch-Deck eines Start-ups – mit schlichtem Sans-Serif-Design, das an Werbung für Deo oder KI-Software erinnert. Im Mittelpunkt steht ein martialisches Bild, vermutlich KI-generiert: Maskierte Einsatzkräfte mit Sturmgewehren marschieren durch Tränengaswolken. Doch statt Deportationen oder ICE zu erwähnen, präsentiert die Seite die Taskforces als Kämpfer gegen internationale Kartelle, Drogen- und Menschenschmuggler.

Verbindung zu Trumps Einwanderungspolitik

Die eigentlichen Ziele der Taskforces werden auf der Website nicht transparent gemacht. Doch das FBI selbst verweist auf die Executive Order 14159, die Trump kurz nach Amtsantritt unterzeichnete. Der Titel: „Protecting the American People Against Invasion“ – ein Dokument, das Deportationen, Inhaftierungen und die Entfernung einer beispiellosen Zahl von Migranten vorsieht.

Während die Website die Taskforces als „permanente, ressortübergreifende Einheiten zur Bekämpfung transnationaler Kriminalität“ beschreibt, fehlt ein zentraler Satz aus Trumps Order: die Anweisung, „alle verfügbaren Vollzugsmittel zur Durchsetzung der US-Einwanderungsgesetze einzusetzen“.

Wer steckt hinter dem Design?

Die Verantwortlichen für das Projekt sind bekannte Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Unterhaltungsbranche:

  • Joe Gebbia: Leiter des National Design Studio, ehemaliger „DOGE“-Anhänger, Milliardär und Mitglied der Boards von Airbnb und Tesla.
  • Nate Brown: Kreativdirektor, zuvor für Kanye West tätig und nun im Regierungsauftrag aktiv.
  • Edward Coristine („Big Balls“): 20-jähriger „Vibecoder“ und technischer Leiter des Projekts. In einem Interview mit dem rechtsextremen Influencer Nick Shirley erklärte er seine Mission:
    „Wir bereiten Amerika auf Wachstum vor und zeigen, wie das kapitalistische System für die Menschen funktionieren kann.“

Coristine betonte, er arbeite täglich 14 Stunden – unterstützt von KI-Tools. Das Ergebnis: eine glänzende Website, die die 8.500 „Agenten und Analysten“ der DHS in US-Städten ankündigt.

Kritik an der Verschleierungstaktik

Die Taskforces wurden in Städten wie Minneapolis, Memphis und Los Angeles eingesetzt, wo sie Menschen festnahmen und in Abschiebezentren verbrachten – oft weit entfernt von der Grenze. Die Website erwähnt dies nicht. Stattdessen wird der „Kampf gegen grenzüberschreitende Schmuggelnetzwerke“ betont, mit besonderem Fokus auf den Schutz von Kindern. Doch die Praxis der DHS steht dazu im Widerspruch: Kinder wurden monatelang in Haft gehalten.

Kritiker werfen der Regierung vor, mit modernem Design und unscharfen Formulierungen die wahren Absichten zu verschleiern. Die neue Website diene weniger der Transparenz als vielmehr der Imagepflege einer umstrittenen Migrationspolitik.