Jensen Huang, CEO des Chip-Herstellers Nvidia, hat den Absolventen der Carnegie Mellon University (CMU) eine klare Botschaft mit auf den Weg gegeben: „Lauft, rennt nicht, in Richtung künstlicher Intelligenz.“ Bei seiner Abschlussrede an der renommierten Universität, die als Geburtsort der künstlichen Intelligenz und Robotik gilt, betonte er, dass es keine bessere Zeit gebe, um eine Karriere zu starten als jetzt.

„Eure berufliche Laufbahn beginnt mit dem Beginn der KI-Revolution“, sagte Huang vor rund 5.800 Studierenden. Seine Worte fanden bei den Absolventen der CMU deutlich mehr Zustimmung als bei anderen Universitäten. An der University of Central Florida etwa wurde die Hauptrednerin Gloria Caufield, Vizepräsidentin für strategische Allianzen beim Tavistock Group, nach ihrer Aussage, KI sei die „nächste industrielle Revolution“, ausgebuht. Diese Reaktion spiegelt die verbreitete Unsicherheit unter Berufseinsteigern wider, die durch den Einfluss von KI auf den Arbeitsmarkt verstärkt wird.

Eine aktuelle Umfrage unter 1.000 US-amerikanischen BWL-Studierenden ergab, dass 80 % der Absolventen glauben, dass KI Einstiegsjobs reduziert hat. Gleichzeitig zeigt eine Erhebung von ZipRecruiter, dass junge Berufstätige trotz der Unsicherheiten optimistisch in ihre berufliche Zukunft blicken – auch wenn sie sich auf einen Arbeitsmarkt vorbereiten müssen, der durch KI grundlegend verändert wurde.

KI als Chance, nicht als Bedrohung

Huang, der in seinen öffentlichen Auftritten stets eine optimistische Haltung gegenüber der KI und den Berufschancen junger Menschen vertritt, unterstrich in seiner Rede, dass KI nicht gefürchtet, sondern verantwortungsvoll genutzt werden sollte. „Wer KI besser einsetzt als andere, wird im Wettbewerb bestehen – nicht die KI selbst.“ Er räumte zwar ein, dass KI bei vielen Menschen Verunsicherung auslöst, betonte aber: „Jede große technologische Revolution in der Geschichte hat neben Chancen auch Ängste ausgelöst.“

„Wie jede bahnbrechende Technologie wird auch die KI große Versprechen und reale Risiken mit sich bringen“, erklärte Huang. „Unsere Generation hat die Verantwortung, KI nicht nur voranzutreiben, sondern dies weise zu tun.“ Weiter führte er aus: „Gesellschaften, die sich vor Technologie zurückziehen, stoppen nicht den Fortschritt – sie geben nur die Chance auf, ihn zu gestalten und davon zu profitieren.“

Sein Fazit: „Die Antwort liegt nicht darin, die Zukunft zu fürchten, sondern sie weise zu lenken, verantwortungsvoll aufzubauen und sicherzustellen, dass ihre Vorteile möglichst vielen Menschen zugutekommen.“

Investitionen in die KI-Infrastruktur

Huang verwies zudem auf die enormen Investitionen, die für die KI-Ära notwendig sind. So werden Rechenzentren bis 2030 voraussichtlich fast 7 Billionen US-Dollar an Investitionen benötigen. Allein in diesem Jahr hat Nvidia bereits 40 Milliarden US-Dollar in Partnerschaften und Infrastruktur für KI gesteckt. „Jetzt kann jeder KI nutzen, um nützliche Tools oder Produkte zu entwickeln – jeder kann zum Programmierer werden“, so Huang.

Zum Abschluss seiner Rede forderte er die Absolventen auf, die Demokratisierung dieser Fähigkeiten aktiv zu nutzen: „KI wird jeden Job verändern – aber die Aufgabe besteht darin, sie klug einzusetzen.“