Während der Pandemie kauften viele Menschen neue PCs oder Laptops – nicht nur für die Arbeit, sondern auch, um mit Freunden und Familie digital in Kontakt zu bleiben. Damals war die Entscheidung nachvollziehbar: Nicht jedes Gerät hielt den Anforderungen von Zoom, Teams und Co. stand. Doch jetzt, nur wenige Jahre später, steht die nächste Upgrade-Welle bevor. Doch anders als bei Fernsehern trifft diese Entwicklung auf einen Markt mit stark gestiegenen Preisen und kaum spürbaren Leistungszuwächsen.
Laut der IT-Forschungsfirma Gartner ersetzen Unternehmen ihre Geschäftsgeräte, meist Laptops, alle drei bis fünf Jahre. Die International Data Corporation (IDC) geht sogar von fünf bis acht Jahren aus, wenn Firmen gezielt Upgrades und Reparaturen managen. Privatnutzer folgen ähnlichen Zyklen. Das bedeutet: Die Pandemie-Käufer stehen nun vor einem notwendigen Neukauf – doch die Preise für Komponenten steigen rasant.
Besonders betroffen sind Arbeitsspeicher (RAM) und Speicherlaufwerke. Laut PCPartPicker.com haben sich die RAM-Preise in den letzten zwölf Monaten um 150 bis über 200 Prozent erhöht. Auch Festplatten und SSDs sind deutlich teurer geworden. Der Grund: Die Nachfrage nach Hardware für KI-Systeme treibt die Preise in die Höhe. Grafikkarten (GPUs) sind davon besonders betroffen, da sie nicht nur für Gaming, sondern auch für KI-Anwendungen unverzichtbar sind.
Für Gamer ist die Situation besonders frustrierend. Die PC-Spielebranche wächst rasant und könnte bald die Konsolen überholen, wie Experten auf der Iicon-Konferenz der Entertainment Software Association betonten. Doch selbst High-End-Grafikkarten wie die Nvidia RTX 50-Serie sind schwer zu bekommen – und wenn, dann oft zum doppelten Listenpreis. Analysten erwarten zudem, dass Nvidia 2026 erstmals seit 30 Jahren keine neue GeForce-Generation vorstellen wird.
Preise steigen weiter – günstige PCs verschwinden
Die Lage wird sich voraussichtlich nicht verbessern. Gartner prognostiziert, dass die PC-Preise 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent steigen werden. Noch problematischer ist: Der Markt für Einsteiger-PCs unter 500 US-Dollar könnte bis 2028 komplett verschwinden, warnt Ranjit Atwal, Senior Director Analyst bei Gartner. Zudem verzögert sich die Marktdurchdringung von KI-fähigen PCs – statt 2026 erst 2028 wird erwartet, dass nur die Hälfte aller verkauften PCs über KI-Funktionen verfügen.
PC-Hersteller setzen laut Gartner lieber auf geringere Verkaufszahlen und höhere Margen, statt preissensible Kunden zu bedienen. Das erste Halbjahr 2025 gilt dabei als „kritisches Zeitfenster“ für die Branche. Bis zum Jahresende wird sich zeigen, ob die Hersteller ihre Strategie anpassen – oder ob Verbraucher weiter mit hohen Preisen und knappen Angeboten kämpfen müssen.