Nach Jahren der Diskussion haben globale Experten eine Namensänderung für das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) beschlossen. Künftig wird die Erkrankung als Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) bezeichnet. Dieser Schritt soll die vielfältigen Auswirkungen des Syndroms auf den gesamten Körper präziser abbilden.

Die Umbenennung wurde auf dem Europäischen Endokrinologie-Kongress in Prag bekannt gegeben und zeitgleich im Fachmagazin The Lancet veröffentlicht. Laut Experten war der alte Name irreführend, da er den Fokus ausschließlich auf die Eierstöcke lenkte – obwohl PMOS den gesamten Stoffwechsel und das Hormonsystem betrifft.

Warum die Namensänderung notwendig war

Der Begriff „polyzystisches Ovarialsyndrom“ wurde seit Langem als ungenau kritisiert. Er suggeriert fälschlicherweise, dass betroffene Frauen immer Zysten in den Eierstöcken aufweisen – doch das ist nicht zwingend der Fall. Viele Patientinnen zeigen trotz PMOS völlig normale Ultraschallbefunde der Eierstöcke.

„Der alte Name hat zu Missverständnissen geführt, weil er den Eindruck erweckt, es handle sich um eine rein gynäkologische Erkrankung“, erklärt Dr. Sherry Ross, Gynäkologin und Frauenärztin am Providence Saint John’s Health Center in Santa Monica. „PMOS hingegen macht deutlich, dass es sich um eine komplexe, systemische Erkrankung handelt, die Stoffwechsel, Hormonhaushalt und andere Körperfunktionen beeinträchtigt.“

Wie der neue Name die Medizin verändert

Die Namensänderung ist das Ergebnis einer 14-jährigen internationalen Kampagne, an der 56 medizinische Fachgesellschaften, Kliniken und Patientenorganisationen beteiligt waren. Ziel war es, einen präziseren Namen zu finden, der die tatsächlichen Auswirkungen der Erkrankung widerspiegelt.

„Durch die Einbindung der Begriffe ‚endokrin‘ und ‚metabolisch‘ wird klar, dass PMOS eine Erkrankung des gesamten Körpers ist – nicht nur der Eierstöcke“, betont Dr. Steven Vasilev, Gynäkologe und Gründer des Lotus Endometriosis Institute. „Dieser Name hilft Ärzten, die Erkrankung schneller zu erkennen und ganzheitlich zu behandeln.“

Welche Probleme der alte Name verursachte

  • Verzögerte Diagnosen: Viele Frauen wurden erst spät erkannt, weil der Fokus auf den Eierstöcken lag.
  • Fragmentierte Behandlung: Betroffene erhielten oft nur Teilbehandlungen, statt eine umfassende Therapie zu erhalten.
  • Stigmatisierung: Der Name PMOS könnte helfen, das Syndrom aus der Schublade „reine Frauenkrankheit“ zu holen.
  • Früherkennung von Risiken: Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden nun stärker in den Fokus gerückt.

Was bedeutet PMOS für Patientinnen?

Die Umbenennung soll vor allem eines bewirken: mehr Klarheit und weniger Verwirrung. Viele Betroffene berichten, dass sie sich mit dem alten Namen nicht ernst genommen fühlten, da er die Komplexität ihrer Symptome nicht widerspiegelte.

„PMOS gibt uns endlich einen Namen, der unsere Erfahrungen widerspiegelt“, sagt eine Patientin, die anonym bleiben möchte. „Endlich wird anerkannt, dass es nicht nur um Zysten geht, sondern um mehr.“

„Die Namensänderung ist ein wichtiger Schritt, um die medizinische Versorgung von Frauen mit PMOS zu verbessern. Sie schafft die Grundlage für eine ganzheitlichere Diagnostik und Therapie.“
– Dr. Sherry Ross, Gynäkologin

Fazit: Ein Meilenstein für die Medizin

Die Umbenennung von PCOS zu PMOS markiert einen Wendepunkt in der Wahrnehmung und Behandlung der Erkrankung. Experten hoffen, dass der neue Name nicht nur die Diagnose beschleunigt, sondern auch die Forschung vorantreibt und das Bewusstsein für die vielfältigen Auswirkungen von PMOS schärft.

Für Betroffene bedeutet dies: mehr Verständnis, weniger Stigmatisierung und eine bessere medizinische Betreuung.

Quelle: Healthline