Das US-Verteidigungsministerium hat erstmals eine Sammlung von 162 bisher geheimen UFO-Dokumenten öffentlich zugänglich gemacht. Die Akten, die teilweise seit Jahrzehnten unter Verschluss waren, können nun ohne Sicherheitsfreigabe online eingesehen werden.

Die Veröffentlichung erfolgte am Freitag und umfasst Materialien zu sogenannten „Unidentified Anomalous Phenomena“ (UAP), wie die Regierung UFOs nun offiziell bezeichnet. Die Dokumente – darunter Videos, Fotos und originale Berichte – sind auf einer neuen Unterseite des Pentagon-Portals abrufbar. Diese Initiative folgt einem Präsidialerlass aus dem Februar, der mehr Transparenz bei UAP-Daten fordert.

„Die amerikanische Öffentlichkeit kann nun sofort auf die freigegebenen UAP-Akten der Bundesregierung zugreifen“, heißt es in einer Mitteilung des Pentagons auf X. „Die neuesten UAP-Videos, Fotos und Originaldokumente aus allen US-Behörden sind an einem Ort gebündelt – ohne Sicherheitsüberprüfung erforderlich.“

In der Erklärung wird zudem Kritik an früheren Regierungen geübt, die solche Dokumente zurückgehalten hätten. „Während frühere Verwaltungen versuchten, die Öffentlichkeit zu desinformieren oder abzuschrecken, setzt die aktuelle Regierung auf maximale Transparenz“, so das Pentagon. Neue Akten sollen in Zukunft regelmäßig ergänzt werden.

Wachsende UFO-Begeisterung und ihre Ursachen

Das öffentliche Interesse an UAPs hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein Grund dafür ist die Verbreitung von sozialen Medien: Sichtungen, die einst nur wenige sahen, können heute von Millionen Menschen geteilt und diskutiert werden. Zudem haben in den vergangenen Jahren mehrere Dokumentarfilme das Thema aufgegriffen. Parallel dazu steigt auch die Zahl der Menschen, die an außerirdisches Leben glauben – 2025 glaubten laut Umfragen 56 % der US-Bürger an die Existenz von Aliens. 47 % sind überzeugt, dass diese die Erde bereits besucht haben – ein Anstieg von 36 % im Jahr 2012.

Was die freigegebenen Akten enthalten

Die veröffentlichten Dokumente umfassen eine Vielzahl von Materialien:

  • Fotografien und Videoaufnahmen von UAP-Sichtungen
  • Augenzeugenberichte aus verschiedenen Jahrzehnten
  • „Ungelöste Fälle“, bei denen die Behörden keine eindeutige Erklärung für die beobachteten Phänomene fanden
  • Ein Transkript der Apollo-17-Mission, in dem Astronauten über „helle Partikel“ oder Fragmente sprechen
  • Berichte über mutmaßliche Sichtungen aus den 1950er-Jahren

Trotz der spannenden Inhalte warnen Experten vor überzogenen Erwartungen. Sean Kirkpatrick, ehemaliger Leiter des All-domain Anomaly Resolution Office (AARO) des Pentagon, betonte gegenüber der AP, dass die Akten keine Beweise für außerirdisches Leben enthalten.

„Leser sollten sich nicht der Hoffnung hingeben, dass es ein Dokument mit Fotos oder Interviews von Aliens gibt, die auf der Erde gelandet sind. Das existiert einfach nicht.“

Kirkpatrick, der die Dokumente selbst geprüft hat, erklärte, dass die meisten Fälle natürliche oder menschengemachte Phänomene seien. Die Veröffentlichung diene vor allem der Transparenz – nicht der Sensation.