PFAS: Eine globale Herausforderung seit Jahrzehnten

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, sind synthetische Chemikalien, die seit den 1940er Jahren industriell genutzt werden. Sie verleihen Produkten Eigenschaften wie Hitze-, Wasser- und Fettabweisung und sind daher in vielen Alltagsgegenständen enthalten – von beschichteten Pfannen über wasserdichte Kleidung bis hin zu Lebensmittelverpackungen. Doch ihre Beständigkeit wird zum Problem: PFAS reichern sich in der Umwelt an, gelangen in Böden, Gewässer und sogar in den menschlichen Körper.

Studien zeigen, dass PFAS das Immunsystem schwächen, die Entwicklung von Kindern verzögern und mit bestimmten Krebsarten in Verbindung gebracht werden können. Trotz dieser Risiken werden sie weiterhin produziert – wenn auch in veränderter Form.

Neue PFAS-Varianten: Ein schwer zu fassendes Problem

Um die strengen Regulierungen zu umgehen, haben Chemieunternehmen die Molekülstruktur der PFAS verändert. Doch diese „neuen“ PFAS sind noch schwerer zu analysieren und nachzuweisen. Wie Grace van Deelen in ihrem Artikel „Chemical Companies Are Churning Out New PFAS. Where in the World Are They Ending Up?“ beschreibt, gleicht die Forschung einem Spiel aus „Molekül-Jagd“: Wissenschaftler suchen weltweit nach den Spuren dieser Substanzen – von den Tiefen der Ozeane bis zu den Gletschern der Alpen.

Ein besonders überraschendes Ergebnis lieferte die Suche in der Antarktis: Wie Rebecca Owen in „Tracing the Path of PFAS Across Antarctica“ berichtet, wurden PFAS sogar in den abgelegensten Regionen des Kontinents nachgewiesen. Der Transport erfolgt vermutlich über Luft und Meeresströmungen.

Lösungsansätze: Von der Entfernung bis zur Nutzung

Sobald PFAS identifiziert sind, stehen Forscher vor der Herausforderung, sie unschädlich zu machen. Eine vielversprechende Methode beschreibt Emily Gardner in „A Peculiar Polymer Paired with Sunlight Could Remove PFAS“: Ein spezielles Polymer, kombiniert mit UV-Licht, könnte die langkettigen Moleküle aufbrechen und abbauen.

Doch nicht alle PFAS sind gleich gefährlich. Einige weniger toxische Varianten lassen sich sogar sinnvoll einsetzen. Saima May Sidik zeigt in „Pollution Is Rampant. We Might As Well Make Use of It“, wie Trifluoressigsäure – eine PFAS-Verbindung – genutzt werden kann, um das Alter von Grundwasserleitern zu bestimmen. Diese Methode hilft Hydrologen, die Erneuerung von Grundwasser besser zu verstehen.

Fazit: Die Suche nach einem Ende der „Ewigkeitschemikalien“

PFAS sind ein globales Umweltproblem, das sich nicht einfach lösen lässt. Doch die Wissenschaft arbeitet mit Hochdruck an innovativen Lösungen: von der Entdeckung neuer Nachweismethoden über technische Abbauverfahren bis hin zur Nutzung weniger schädlicher Varianten. Das Ziel ist klar: Die Persistenz dieser Chemikalien zu durchbrechen und ihre negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur zu minimieren.

„PFAS sind überall – in der Luft, im Wasser, im Boden. Doch statt nur ihre Gefahren zu betonen, müssen wir jetzt handeln: Sie identifizieren, entfernen oder zumindest kontrolliert nutzen.“

— Caryl-Sue Micalizio, Chefredakteurin von Eos