Ein US-Berufungsgericht in Denver, Colorado, hat Netflix in einem Urheberrechtsstreit um die Doku-Serie ‚Tiger King‘ Recht gegeben. Die Entscheidung des 10. US-Berufungsgerichts bestätigt die Nutzung eines 66-sekündigen Trauer-Videos des Kameramanns Timothy Sepi als zulässig.

Sepi hatte 2020 Klage gegen Netflix eingereicht, nachdem seine Aufnahmen in der erfolgreichen Doku-Serie verwendet wurden. Er forderte eine Vergütung für die Nutzung seines Materials. Das Gericht urteilte nun, dass Netflix die Aufnahmen im Rahmen der Fair-Use-Doktrin rechtmäßig verwendet habe.

Interessanterweise hatte das gleiche Gericht 2024 noch eine gegenteilige Auffassung vertreten. Damals hieß es, Netflix und die Produzenten von ‚Tiger King‘ hätten Sepis Video nicht ausreichend transformiert oder kommentiert. Richter Jerome Holmes schrieb damals:

„Die Beklagten scheinen keine ausreichende Rechtfertigung für ihre Nutzung zu haben. Sie wollten die Traueraufnahmen lediglich nutzen, um eine neue Bedeutung oder Botschaft zu vermitteln.“

In der aktuellen Entscheidung betonte das Gericht jedoch, dass die Nutzung des Videos im Dokumentarstil gerechtfertigt sei. Holmes erklärte:

„Der Unterschied zwischen dem Zweck der Nutzung durch die Beklagten und der ursprünglichen Verwendung durch Sepi ist erheblich.“

Zudem stellte das Gericht fest, dass Netflix durch die Nutzung keinen nennenswerten kommerziellen Vorteil aus Sepis urheberrechtlich geschütztem Material gezogen habe.

Ein Sprecher von Netflix äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Urteil.

Quelle: The Wrap