Leichte Verbesserung, aber noch Luft nach oben

Die Pharmaindustrie hat ihre Reputation bei Patientenorganisationen im vergangenen Jahr leicht verbessert. Laut einer aktuellen Erhebung von PatientView bewerteten 57 % der befragten Gruppen die Reputation der Pharmahersteller als „ausgezeichnet“ oder „gut“. Das entspricht einem minimalen Anstieg gegenüber 56 % im Jahr 2024 und entspricht dem Niveau von 2023. Allerdings liegt der Wert weiterhin unter dem Höchststand von 60 % aus dem Jahr 2022.

Patientenzentrierung und Sicherheit als Treiber

Als Hauptgründe für die leichte Verbesserung nennt die Studie die stärkere Ausrichtung auf Patientenbedürfnisse („Patient Centricity“) sowie die Gewährleistung der Patientensicherheit. Die Erhebung wurde zwischen Dezember 2025 und März 2026 in 35 Ländern durchgeführt und umfasste über 2.400 Patientenorganisationen. Insgesamt wurden 47 Pharmaunternehmen bewertet.

Kritikpunkte bleiben bestehen

Trotz des positiven Trends gibt es weiterhin erhebliche Bedenken. Viele Patientenorganisationen kritisieren vor allem die hohen Preise für Medikamente und den eingeschränkten Zugang zu lebenswichtigen Therapien. Diese Probleme überschatteten die Fortschritte in anderen Bereichen und zeigen, dass die Pharmaindustrie noch Handlungsbedarf hat.

Internationale Unterschiede

Die Studie von PatientView zeigt zudem, dass die Reputation der Pharmaunternehmen je nach Region stark variiert. Während einige Länder eine deutlich positive Entwicklung verzeichnen, bleibt die Wahrnehmung in anderen Regionen unverändert oder sogar rückläufig. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung der globalen Pharmabranche.

Fazit: Fortschritte, aber keine Entwarnung

Die leichte Verbesserung der Reputation der Pharmaindustrie bei Patientenorganisationen ist ein positives Signal. Dennoch machen die anhaltenden Kritikpunkte deutlich, dass die Branche weiterhin an der Verbesserung von Preisgestaltung und Zugänglichkeit arbeiten muss. Nur so kann das Vertrauen der Patienten langfristig gestärkt werden.

Quelle: STAT News