Für viele Künstler und Hobby-Maler ist Pinterest eine unverzichtbare Quelle für Referenzbilder. Ob Blumen zum Zeichnen, Tomaten zum Malen oder Möbel zum Skizzieren – die Plattform bietet eine schier endlose Auswahl an Inspiration. Doch seit KI-generierte Inhalte immer stärker dominieren, wird Pinterest für viele Nutzer zunehmend unbrauchbar.
Eine Künstlerin berichtet, dass sie nach einer Pause im Januar wieder auf Pinterest zurückkehrte – und stattdessen auf eine Flut an KI-generierten Bildern stieß. Was einst eine zuverlässige Inspirationsquelle war, ist heute oft mit unnatürlichen, glatten und perfekten Darstellungen überladen. Selbst wenn einige Bilder als KI-generiert gekennzeichnet sind, bleibt die Unterscheidung zwischen echt und gefälscht schwierig.
Ein konkretes Beispiel: Die Künstlerin suchte nach einem Foto einer Blume zum Malen. Beim genaueren Hinsehen bemerkte sie jedoch, dass der Stiel unter den Blütenblättern ein seltsames Metallstück aufwies – ein Detail, das in der Natur nicht vorkommt. Die Blütenblätter selbst wirkten unnatürlich symmetrisch. „Ich möchte nicht von KI-generierten Referenzbildern malen“, erklärt sie. Viele andere Nutzer teilen diese Haltung. Kommentare wie „AI Slop“ oder „KI-Müll“ häufen sich unter verdächtigen Bildern.
KI-Filter lässt sich versteckt deaktivieren – doch die Probleme bleiben
Pinterest bietet zwar keine direkte Filteroption für KI-Inhalte, doch es gibt eine versteckte Einstellung, um den Anteil generativer KI-Kunst zu reduzieren. Nutzer können dies in ihren Profil-Einstellungen vornehmen:
- Profil öffnen und auf das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) klicken.
- Unter „Empfehlungen verfeinern“ findet sich der Tab „Generative KI“.
- Hier können alle KI-generierten Inhalte deaktiviert werden – allerdings nur für zukünftige Empfehlungen.
Doch selbst nach dieser Deaktivierung bleiben Probleme bestehen. Viele Bilder wirken weiterhin unnatürlich, und einige Nutzer berichten, dass ihre eigenen, menschlich erstellten Kunstwerke fälschlicherweise als KI-generiert markiert werden. Laut Berichten von 404 Media wurden sogar Werke, die vor der Verbreitung von KI entstanden, als KI-generiert eingestuft – ein Problem, das auf Pinterests neue KI-Moderationstools zurückzuführen ist.
KI als Geschäftsmodell – Nutzer zahlen den Preis
Für Pinterest ist KI kein Fehler, sondern ein zentraler Bestandteil der Plattformstrategie. Die Algorithmen priorisieren Inhalte, die höhere Interaktionsraten versprechen – und dazu gehören oft perfekt inszenierte, KI-generierte Bilder. Doch für Künstler und Nutzer, die nach authentischen Referenzen suchen, wird die Plattform dadurch immer unattraktiver.
Die Künstlerin resümiert:
„Ich muss jetzt ständig darüber nachdenken, ob ein Bild echt oder KI-generiert ist. Und selbst wenn es nicht KI ist, handelt es sich wahrscheinlich um Werbung – oder beides gleichzeitig.“
Während Pinterest versucht, durch KI-Inhalte die Nutzerbindung zu erhöhen, verlieren viele Künstler das Vertrauen in die Plattform. Die einstige Inspirationsquelle droht zur Geisterstadt zu werden – überflutet von perfekten, aber leblosen Bildern.