Die Nutzung von KI-Tools in der Spieleentwicklung wird in den kommenden Jahren immer häufiger vorkommen. Fast jedes Spiel, das in den nächsten Jahren erscheint, wird auf generative Technologien zurückgreifen – zumindest für Hintergrund- und Umgebungsdesigns. Doch wenn diese KI-generierten Inhalte unentdeckt in die finale Version eines Spiels gelangen, kann das zu massiver Kritik führen. Ein aktuelles Beispiel ist das Gacha-Spiel Neverness to Everness.
Nach öffentlicher Empörung über KI-generierte Grafiken im Spiel kündigten die Entwickler an, diese durch neue Bilder zu ersetzen. Doch statt auf menschliche Kunstwerke setzen sie nun selbst wieder auf KI – mit noch schlechteren Ergebnissen. Laut einem Bericht von Kotaku wurden zwar einige der ursprünglichen KI-Assets bereits aus dem Spiel entfernt, doch eine bestimmte Werbetafel blieb trotz des Updates weiterhin KI-generiert.
Ein Spieler namens ViviVovo wies auf Twitter auf das Problem hin: Die neue Version der Werbetafel zeigt zwar kein offensichtliches KI-Kunstwerk mehr im Stil von Makoto Shinkai, doch stattdessen eine überladene, unnatürliche Darstellung eines Soda-Dosen-Plakats. „Es gibt viel zu viele verschiedene Wolkenformen, die Schatten passen nicht zusammen, und insgesamt wirkt das Bild überladen für ein einfaches Hintergrundmotiv“, kommentierte der Nutzer.
Die Entwickler betonten in einer Stellungnahme, dass Neverness to Everness auf menschlicher Kreativität basiere: „Die Charaktere, Geschichten und Welten stammen von Künstlern, Autoren und Designern. KI-Tools wurden nur für einen kleinen Teil der Hintergrund- und Umgebungsgrafiken genutzt – niemals für Charaktere oder zentrale Elemente des Spiels.“
Doch trotz dieser Aussage scheint es, dass einige KI-Assets doppelt in das Spiel gelangt sind. Die Entwickler räumten ein, dass einige der ursprünglichen KI-generierten Inhalte durch neue KI-Bilder ersetzt wurden – was die Kritik der Spieler nur verstärkt. Besonders problematisch ist dies in Free-to-Play-Spielen wie Neverness to Everness, die oft auf Mikrotransaktionen setzen und daher unter Zeit- und Kostendruck stehen. KI-Tools bieten hier eine schnelle Lösung für Hintergrundgrafiken, die als weniger wichtig eingestuft werden.
Die Debatte um KI in der Spieleentwicklung wird durch solche Fälle weiter angeheizt. Während einige Entwickler KI als effizientes Werkzeug nutzen, lehnen andere sie aus künstlerischen und ethischen Gründen ab. Die Kritik an KI-generierter Kunst – insbesondere wenn sie etablierte Stile wie den von Makoto Shinkai nachahmt – zeigt, wie sensibel das Thema ist. Die schlechte Qualität der neuen KI-Bilder in Neverness to Everness unterstreicht zudem, dass KI derzeit noch nicht in der Lage ist, hochwertige, konsistente Kunstwerke zu erschaffen.