Das Konzept eines virtuellen Meet & Greet in einem Videospiel war für mich neu – doch als ich erfuhr, dass meine Lieblings-K-Pop-Gruppe LE SSERAFIM ein solches Event in Roblox veranstalten würde, musste ich es selbst erleben. Die Gruppe promotet gerade ihr zweites Album PUREFLOW Pt. 1, das am 22. Mai erscheint. Dafür wurde in dem Roblox-Spiel Berry Avenue eine aufwendige Karte gestaltet, die Fans in eine thematisch passende Welt entführen sollte.
Ein virtuelles Seoul – aber kein direkter Kontakt
Nach dem Betreten des Spiels öffnet sich ein Portal, das die Spieler in eine detailgetreue Nachbildung von Seoul transportiert. Die Umgebung ist vollständig auf LE SSERAFIM und ihr Album abgestimmt: Es gibt Fotos der Mitglieder, Feuerwerke und thematisch passende Shops. Nach einer kurzen Fahrt gelangt man zu einem Stadion, in dem NPC-Versionen der Bandmitglieder auf einer Bühne tanzen.
Das große Versprechen – und die harte Realität
Als das Event begann, sah ich im globalen Chat Nachrichten der Mitglieder – doch im Spiel selbst waren sie für die meisten Spieler unsichtbar. Über 30 Minuten lang blieb das so: Die Mitglieder befanden sich offenbar in einem separaten Server, der von Roblox-Moderatoren koordiniert wurde. Viele Fans versuchten verzweifelt, die Gruppe zu finden, posteten ihre Fortschritte in Discord und auf Social Media – doch nur wenige hatten Erfolg.
Ein Fan namens Haru aus dem offiziellen LE SSERAFIM-Discord-Server konnte die Mitglieder tatsächlich kurz in ihrem Lobby-Bereich sehen. Doch nach kurzer Zeit wurde er aus dem Server geworfen – ohne erkennbaren Grund. "Es war eigentlich in Ordnung, aber der Chat war blockiert, sodass ich nicht sehen konnte, wer schreibt", erklärte er. "Aber wenn es ein Meet & Greet sein sollte, warum war es dann so unzugänglich? Ich saß einfach nur in ihrem Server und wurde gebannt."
Technische Grenzen und mangelnde Planung
Die Enttäuschung war groß, besonders in der FEARNOT-Community, den Fans von LE SSERAFIM. Viele waren verwirrt oder verärgert über die chaotische Organisation. Zwar kann man den Mitgliedern keinen Vorwurf machen – sie erhielten vermutlich nur Zugangsdaten und wurden angewiesen, das Spiel zu betreten. Doch die technische Begrenzung von Berry Avenue, die nur 30 Spieler pro Server zulässt, machte das Event zu einem logistischen Albtraum.
Einige Fans hatten trotzdem Spaß daran, die Chat-Nachrichten der Mitglieder zu verfolgen und sich mit anderen auszutauschen. Mitglied Yunjin veröffentlichte sogar eine Nachricht im globalen Chat des Spiels:
"Danke an alle, die heute dabei sind! Wir hoffen, ihr habt Spaß in unserer Welt. Vergesst nicht, unser neues Album PUREFLOW Pt. 1 am 22. Mai zu hören!"
Fazit: Ein Experiment mit Verbesserungspotenzial
Auch wenn das Event für die meisten Fans eher einem organisatorischen Desaster glich, bleibt die Idee eines virtuellen Meet & Greet in Roblox innovativ. Doch für ein reibungsloses Erlebnis müssten technische Hürden wie Server-Limits und bessere Koordination zwischen Künstlern, Plattform und Fans angegangen werden. LE SSERAFIM selbst bleibt trotz des Chaos eine der beliebtesten K-Pop-Gruppen – doch beim nächsten virtuellen Event sollte die Umsetzung besser geplant sein.