Zwei führende Pressefreiheitsorganisationen haben Paramount rechtlich aufgefordert, ihre internen Dokumente offenzulegen. Die Freedom of the Press Foundation und Reporter ohne Grenzen werfen dem Unternehmen vor, mögliche Pflichtverletzungen durch CEO David Ellison und andere Führungskräfte zu vertuschen.

In einem Schreiben an Paramounts Rechtschef Makan Delrahim heißt es, es gebe „glaubwürdige Hinweise“, dass Ellison und weitere Verantwortliche ihre Treuepflichten verletzt oder Fehlverhalten begangen haben könnten. Die Organisationen verweisen dabei auf Berichte, wonach Ellison der Trump-Administration im Gegenzug für die Genehmigung der Übernahme von Warner Bros. Discovery „umfangreiche“ Zugeständnisse gemacht haben soll.

Rechtliche Grundlage: Delaware-Gesetz ermöglicht Akteneinsicht

Die Gruppen stützen sich auf ein Gesetz des US-Bundesstaates Delaware, das Aktionären – darunter auch die Freedom of the Press Foundation und Reporter ohne Grenzen – das Recht einräumt, Unternehmensdokumente einzusehen, sofern ein „berechtigtes Interesse“ besteht. In ihrem 19-seitigen Schreiben gehen sie ausführlich auf mehrere investigative Berichte ein:

  • Die vorzeitige Absage von „The Late Show“ mit Stephen Colbert im Vorfeld der Paramount-Übernahme.
  • Meldungen über angebliche Zusagen der Ellisons an Trump-Vertreter, „umfangreiche“ Änderungen bei CNN durchzusetzen, falls die Übernahme von Warner Bros. Discovery genehmigt wird.
  • Veränderungen in der Redaktionsleitung von CBS News seit der Ernennung von Bari Weiss zur Chefredakteurin – eine Position, die Ellison ihr übertragen haben soll.

„Die genannten Ereignisse – basierend auf investigativen Recherchen renommierter Medien – deuten auf einen möglichen korrupten Deal hin: günstigere Berichterstattung über die Trump-Administration und ihre Verbündeten im Austausch für politische Gefälligkeiten durch Regulierungsbehörden.“

Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, läge ein Verstoß gegen Treuepflichten vor, der Paramount zivil- und strafrechtliche Konsequenzen sowie Haftungsrisiken nach Bundes- und Landesrecht einbringen könnte, so die Organisationen.

Paramount aufgefordert, innerhalb von fünf Tagen zu antworten

Die Gruppen verlangen von Paramount eine Stellungnahme innerhalb von fünf Tagen. Andernfalls behalten sie sich weitere rechtliche Schritte vor. Ein Paramount-Sprecher äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

Quelle: The Wrap