Begnadigungsdebatte spaltet republikanische Abgeordnete
Die Möglichkeit einer Begnadigung für Ghislaine Maxwell gewinnt an Fahrt – maßgeblich vorangetrieben durch die Initiative einiger republikanischer Abgeordnete im Repräsentantenhaus. Wie die Politico berichtet, sind die Meinungen im House Oversight Committee gespalten, ob Ex-Präsident Donald Trump die langjährige Mittäterin von Jeffrey Epstein begnadigen sollte.
Teilweise Unterstützung für Pardon-Option
Kommissionsvorsitzender James Comer bestätigte, dass „viele Abgeordnete“ in seiner Fraktion eine Begnadigung als Gegenleistung für Maxwells Aussage gegen Epstein für vertretbar halten. Comer selbst lehnt diesen Deal jedoch ab und betonte die „schlechten Optik“ einer solchen Vereinbarung.
„Ehrlich gesagt, ist Maxwell – abgesehen von Epstein – die schlimmste Person in dieser ganzen Untersuchung.“
Demokraten lehnen Begnadigung strikt ab
Sein demokratischer Kollege Robert Garcia, ranghöchster Ausschussmitglied der Opposition, widersprach dieser Position vehement. Garcia bezeichnete den Vorstoß als „massiven Rückschritt“ und „Respektlosigkeit gegenüber den Opfern“.
„Sie ist eine bekannte Täterin. Eine bekannte Lügnerin. Wenn Justizministerium oder republikanische Abgeordnete versuchen, eine Begnadigung auszuhandeln, ist das nicht nur eine Ohrfeige für die Ermittlungen – sondern für die gesamte amerikanische Öffentlichkeit. Das ist Teil einer riesigen Vertuschung.“
Maxwells umstrittene Haftbedingungen
Maxwell verbüßt derzeit eine 20-jährige Haftstrafe wegen ihrer Rolle in Epsteins Verbrechen. Seit ihrer Verurteilung 2022 kämpfen ihre Anwälte um eine Begnadigung – bisher ohne Erfolg. Doch ein Juli-Interview mit dem Justizministerium könnte neue Fragen aufwerfen: Maxwell erhielt danach ungewöhnlich milde Haftbedingungen, darunter:
- Verlegung in ein niedrig gesichertes Gefängnis in Texas
- Mahlzeiten auf dem Zellenblock
- Unbegrenzter Toilettenpapier-Zugang
- Privater Umgang mit einem Hund im Training als Therapiehund
- Eigene Fitness-Einheiten
- Uneingeschränkter Telefonkontakt
- Sonderbesuche außerhalb der regulären Zeiten
- Isolierung von anderen Häftlingen auf Wunsch
Ex-Häftling bestätigt Sonderbehandlung
Die Reality-TV-Persönlichkeit Jen Shah, ehemalige Mitgefangene Maxwells, bestätigte deren bevorzugte Behandlung in einem Interview mit People. Shah berichtete, Maxwell habe sie gelegentlich gezwungen, Fitnessgeräte für sie umzuräumen oder zu reinigen.
„Maxwell zeigte keinerlei Reue. Sie sagte ganz offen, dass sie die Opfer einfach ignoriert.“
Justizministerium prüft mögliche Quid-pro-quo-Vereinbarung
Die ungewöhnlichen Haftbedingungen und das Interview mit Maxwell werfen Fragen nach einer möglichen „Gegenleistung“ auf. Damals stand die Trump-Administration unter Druck, die Veröffentlichung belastender Epstein-Akten zu verhindern. Nach dem Gespräch mit dem nun amtierenden Justizminister Todd Blanche erhielt Maxwell ihre Vergünstigungen – ein Umstand, der weitere Spekulationen über eine informelle Absprache nährt.