In einer beispiellosen Woche haben republikanische Politiker und Richter durch gezielte Wahlkreis-Neuzuschnitte bis zu 10 Sitze im US-Repräsentantenhaus an die GOP übergeben. Diese Entwicklungen gefährden nicht nur die demokratische Legitimität, sondern ignorieren auch klare Wählerentscheidungen in mehreren Bundesstaaten.
Systematische Wahlmanipulation in mehreren Bundesstaaten
Floridas Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnete Anfang der Woche ein neues Wahlkreisgesetz, das den Republikanern bis zu vier zusätzliche Sitze sichern könnte. Dieses Gesetz widerspricht einer 2010 von Wählern verabschiedeten Verfassungsänderung, die parteiische Wahlkreis-Neuzuschnitte verbietet. Dennoch wird die republikanisch dominierte Staatsgerichtsbarkeit das Gesetz voraussichtlich nicht kippen.
In Tennessee nutzten Republikaner ein Urteil des Obersten US-Gerichtshofs, um den einzigen mehrheitlich afroamerikanischen Wahlkreis des Bundesstaats abzuschaffen. In Louisiana wurden die Neuwahlen ausgesetzt, nachdem republikanische Politiker neue Wahlkreispläne vorlegten, die einen demokratischen Abgeordneten wahrscheinlich aus dem Amt drängen werden.
In Virginia annullierten vier republikanisch ernannte Richter eine Volksabstimmung, die bis zu vier zusätzliche Sitze für die Demokraten hätte bringen können. Dabei hatten über 1,6 Millionen Wähler für die Reform gestimmt – doch die Entscheidung der Richter setzte sich durch.
Autoritäre Strategie des ehemaligen Präsidenten
Hinter diesen Manipulationen steht eine gezielte Strategie des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte bereits im Vorfeld republikanische Politiker angewiesen, Wahlkreis-Neuzuschnitte vorzunehmen, um die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zu sichern. Trump, dessen Popularität sinkt, fürchtet eine mögliche Kontrolle durch ein demokratisch dominiertes Parlament, das ihn zur Einhaltung von Gesetzen zwingen könnte.
Laut unabhängigen Analysten haben die Republikaner durch diese Manipulationen bereits sechs bis acht Sitze gewonnen. Einige Beobachter relativieren diese Erfolge und argumentieren, dass die Demokraten trotz dieser Nachteile die Mehrheit erringen könnten. Doch Schätzungen zufolge müssten die Demokraten die nationale Volksabstimmung mit mindestens vier Prozentpunkten Vorsprung gewinnen, um das Repräsentantenhaus zu kontrollieren – eine kaum zu überwindende Hürde.
Demokratie in Gefahr: Wählerwillen wird ignoriert
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass in mehreren Bundesstaaten der Süden der USA, der eine lange Geschichte der Diskriminierung gegenüber Afroamerikanern hat, nun gezielt schwarze Abgeordnete aus dem Kongress drängt. Diese Entwicklungen werfen grundsätzliche Fragen zur Integrität des Wahlsystems auf und unterstreichen die wachsende Gefahr für die demokratische Ordnung in den USA.
„Diese systematischen Wahlmanipulationen sind kein Zufall, sondern eine gezielte Strategie, um die demokratischen Spielregeln außer Kraft zu setzen.“