Ein humanoider Roboter sorgt aktuell in Polen für Furore – und zwar nicht wegen seiner technischen Fähigkeiten, sondern als Teil eines viralen Marketingstunts. Das Video zeigt einen modifizierten Unitree G1, der unter dem Namen Edward Warchocki auftritt, wie er eine Gruppe Wildschweine durch einen leeren Parkplatz in Warschau jagt.
Die Aufnahmen verbreiteten sich rasant in sozialen Medien. Der Roboter läuft dabei gemächlich über eine kleine Rasenfläche, bis die Wildtiere entkommen. Mit einer Faust in der Luft zeigt er seine vermeintliche Frustration – ein Bild, das für Lacher sorgte. Die Bildunterschrift lautete:
„Ich treibe die Wildschweine in den Wald.“
Edward Warchocki ist jedoch kein ernsthafter Versuch, das Wildschweinproblem in Warschau zu lösen. Die polnische Hauptstadt kämpft seit Jahren mit einer wachsenden Population von mehreren tausend Wildschweinen, die sogar in Wohngebieten gesichtet werden. Bisherige Maßnahmen wie Abschüsse in besiedelten Zonen brachten nur begrenzten Erfolg.
Von der Internet-Ikone zum politischen Akteur
Hinter dem Roboter steckt kein Naturschutzprojekt, sondern eine gezielte Marketingkampagne. Edward Warchocki wurde zu einer Internet-Ikone und besuchte sogar das polnische Parlament, nachdem das Video viral ging. Frühere Clips zeigten ihn auf der Bühne neben einem Sänger, wie er Marathonläufer verfolgte oder gemeinsam mit Politikern Pressekonferenzen abhielt.
Ein besonders kurioses Video aus dem Vormonat zeigte ihn stolpernd mit einer leeren Bierflasche und einer wiederverwendbaren Einkaufstasche. Ein Nutzer kommentierte damals auf Reddit:
„Er nimmt mir meinen Job weg.“
Ein Roboter-Doppelgänger in den USA
Nicht nur in Polen gibt es einen solchen Roboter-Star. In den USA trat ein ähnlicher Unitree G1 unter dem Namen „Jake the Rizzbot“ auf. Der mit einem Cowboyhut ausgestattete Roboter sorgte im vergangenen Sommer für Schlagzeilen, als er nach Kalifornien zog, sich öffentlich als schwul outete und später von dem Streamer IShowSpeed angegriffen wurde.
Der Vorfall eskalierte in einer Klage: Der Entwickler des Roboters verklagte IShowSpeed auf eine Million US-Dollar Schadensersatz. Der Fall sorgte weltweit für mediale Aufmerksamkeit und unterstreicht, wie sehr solche Roboter mittlerweile als Unterhaltungsfiguren wahrgenommen werden.
Humanoide Roboter: Zwischen Unterhaltung und Zukunftstechnologie
Während humanoide Roboter wie Edward Warchocki und Jake the Rizzbot vor allem für ihre skurrilen Auftritte bekannt sind, arbeiten Forscher weltweit an ernsthaften Anwendungen. Von der Altenpflege bis zur Industrieautomation könnten diese Maschinen in Zukunft eine Schlüsselrolle spielen. Doch bis dahin sorgen sie vor allem für Lacher und virale Momente – wie die Jagd auf Wildschweine in Warschau.