Das autonome Fahrunternehmen Waymo hat einen schwerwiegenden Fehler in seiner Flotte eingeräumt: 3.791 Robotaxis werden wegen Problemen mit der Reaktion auf Hochwasser zurückgerufen. Wie das Unternehmen in einer Meldung an die US-Verkehrsbehörde NHTSA mitteilte, können die Fahrzeuge auf Straßen mit höherer Geschwindigkeit zwar verlangsamen, aber nicht immer anhalten, wenn sie überflutete Fahrspuren erkennen.
Bis eine endgültige Lösung gefunden ist, werden die betroffenen Fahrzeuge von Strecken mit erhöhtem Überschwemmungsrisiko ausgeschlossen. Waymo arbeitet an zusätzlichen Software-Schutzmaßnahmen und hat bereits Anpassungen im Betrieb bei starkem Regen vorgenommen.
Der Rückruf geht auf einen Vorfall am 20. April 2024 in San Antonio, Texas zurück. Ein Waymo-Fahrzeug fuhr mit reduzierter Geschwindigkeit in eine überflutete Straße mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Meilen pro Stunde. Wie die Rückrufmeldung beschreibt, wurde das Fahrzeug von der Strömung erfasst und in den Salado Creek gespült. Erst nach vier Tagen konnte es geborgen werden – glücklicherweise war niemand an Bord.
Dieser Vorfall ist nicht der erste seiner Art in San Antonio. Bereits Wochen zuvor blieb ein anderes Waymo-Fahrzeug in einer leicht überfluteten Kreuzung stecken und musste abgeschleppt werden. Auch in anderen Städten zeigen sich ähnliche Probleme: In Austin, Texas stoppte ein Waymo mitten auf einer stark befahrenen Straße wegen einer flachen Pfütze und blockierte den Verkehr.
Die Vorfälle werfen erneut Fragen zur Zuverlässigkeit autonomer Fahrzeuge bei widrigen Wetterbedingungen auf. Bereits andere Hersteller wie Tesla hatten mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen, etwa bei Nebel oder direkter Sonneneinstrahlung. Zudem geriet Waymos Flotte in San Francisco im Dezember 2023 in Chaos, als ein Stromausfall die Ampeln lahmlegte.
Experten sehen darin ein generelles Problem der Technologie: Autonome Systeme stoßen an ihre Grenzen, wenn Sensoren durch Wasser, Nebel oder andere widrige Bedingungen beeinträchtigt werden. Waymo betont zwar, an Verbesserungen zu arbeiten, doch die aktuellen Einschränkungen zeigen, dass die Technologie noch nicht ausgereift ist.
Hintergrund: Weitere Rückrufaktionen bei autonomen Fahrzeugen
Die Probleme von Waymo sind kein Einzelfall. Erst kürzlich setzte China landesweit autonome Taxis vorübergehend aus, nachdem diese Straßen blockiert hatten. Auch in den USA gab es wiederholt Meldungen über riskante Fahrmanöver von selbstfahrenden Fahrzeugen.
Die Branche steht vor der Herausforderung, die Sicherheit ihrer Systeme unter allen Wetter- und Straßenbedingungen zu gewährleisten – eine Aufgabe, die offenbar noch nicht vollständig gelöst ist.