Die Baseball-Saison 2024 hält für die Fans der San Francisco Giants wenig Freude bereit. Während Teams wie die Mets, Phillies oder Red Sox bereits seit Jahren mit enttäuschenden Leistungen kämpfen, setzen die Giants noch einen drauf: Sie sind das Maß aller Dinge, wenn es um sportliche Hoffnungslosigkeit geht.

Mit einer Bilanz von 13 Siegen und 20 Niederlagen liegen sie auf einem der letzten Plätze der National League – nur knapp vor Teams wie den Colorado Rockies. Doch es ist nicht nur die Bilanz, die die Fans verzweifeln lässt. Es ist die Art und Weise, wie diese Niederlagen zustande kommen.

Die Giants verlieren nicht nur, sie tun es mit einer beispiellosen Effizienz. Mit einer durchschnittlichen Spieldauer von 2 Stunden und 36 Minuten sind ihre Partien die kürzesten der gesamten MLB. Kein Wunder: Die Offensive der Kalifornier ist eine der schwächsten der Liga. Sie haben weniger als drei Runs pro Spiel erzielt – weniger als jedes andere Team. Zum Vergleich: Die Chicago Cubs mit ihrem Star-Hitter Munetaka Murakami haben allein mehr Home Runs geschlagen als das gesamte Giants-Team.

Besonders bitter: Die beiden teuersten Spieler der Mannschaft, Willy Adames und Rafael Devers, gehören gleichzeitig zu den unproduktivsten Offensivkräften. Manager Tony Vitello scheint mit seiner Taktik, insbesondere in der Bullpen-Besetzung, eher an College-Baseball als an die MLB zu denken. Das Ergebnis? Sieben Shutouts, vier Spiele mit nur einem Run und vier weitere mit zwei Runs – insgesamt 15 ihrer 20 Niederlagen lassen sich so erklären.

Für die Fans bedeutet ein Besuch im Oracle Park meist: einmal zum Imbissstand, einmal zur Toilette und ein gemütlicher Spaziergang zum Fähranleger im siebten Inning. Die Giants sind nicht nur sportlich, sondern auch zeitlich die effizienteste Enttäuschung der Liga.

Doch warum läuft es bei den Giants so schlecht? Die Probleme sind vielfältig: eine schwache Pitching-Leistung, eine veraltete Offensive und eine Führung, die offenbar keine Lösung parat hat. Die Frage ist nicht mehr, ob die Giants die Saison verlieren werden, sondern wie sie es tun werden – und ob die Fans das überhaupt noch ertragen können.

Quelle: Defector