Ein bewaffneter Angreifer stürmte am Samstagabend (25. April 2026) einen Sicherheitscheckpoint vor dem Washington Hilton in Washington, D.C., wo das jährliche White House Correspondents’ Dinner stattfand. Laut offiziellen Angaben feuerte der Täter mit einer Schrotflinte, einer Pistole und Messern auf Sicherheitskräfte, bevor er von Secret-Service-Agenten überwältigt und festgenommen wurde.
Ein Agent wurde durch einen Schuss in die Schutzweste verletzt, überlebte jedoch ohne lebensgefährliche Verletzungen. US-Präsident Donald Trump, der bereits zwei Attentatsversuche während des Wahlkampfs 2024 überlebte, wurde umgehend in Sicherheit gebracht. Auch weitere hochrangige Gäste, darunter Politiker und Journalisten mit einschlägiger Gewalterfahrung, wurden evakuiert.
Gäste mit traumatischer Vergangenheit
Die Liste der Anwesenden las sich wie ein düsteres Who’s Who politischer Gewalt in den USA:
- Erika Kirk, deren Ehemann Charlie Kirk erst vor wenigen Monaten bei einer Veranstaltung in Utah getötet wurde;
- Rep. Steve Scalise, 2017 bei einem Baseballtraining von einem Attentäter angeschossen;
- Rep. Jared Moskowitz, der die Untersuchungen zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar leitete;
- Wolf Blitzer (CNN), dessen Sender 2018 Ziel eines Bombers war, der Trump-Kritiker angriff.
Auch Robert F. Kennedy Jr. war anwesend – sein Vater und Onkel wurden in den 1960ern ermordet. Das Dinner fand zudem im selben Hotel statt, in dem Ronald Reagan 1981 angeschossen wurde. Das Gebäude trägt bis heute den Spitznamen „The Hinckley Hilton“ – eine Anspielung auf Reagans Attentäter John Hinckley Jr.
Veranstaltung abgebrochen – Täter identifiziert
Nach dem Vorfall entschied sich Trump, auf Empfehlung der Behörden, die Veranstaltung abzubrechen. Der Festgenommene, Cole Tomas Allen (31), ein Lehrer und Ingenieur aus Torrance, Kalifornien, hatte sich laut Acting Attorney General Todd Blanche mit einem Zug nach Washington begeben und ein Hotelzimmer im Voraus gebucht. Die Ermittler gehen von einem geplanten Angriff aus.
Mögliche Motive noch unklar
Während die Ermittlungen laufen, deutet ein vermeintliches Manifest, das Allen kurz vor der Tat an Familienmitglieder verschickt haben soll, auf politische Motive hin. Medienberichten zufolge kritisierte er darin die Militäroperationen im Iran, die Drogenbekämpfung auf See sowie die Einwanderungspolitik der US-Regierung. Eine offizielle Bestätigung der Inhalte steht jedoch noch aus.
„Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie tief die Spaltung in der amerikanischen Gesellschaft reicht. Die Liste der Gäste war ein trauriger Beweis dafür, wie sehr politische Gewalt zur Normalität geworden ist.“ – Sicherheitsexperte Mark Hertling
Die US-Bundespolizei FBI und das Justizministerium haben die Ermittlungen übernommen. Sollte sich bestätigen, dass der Angriff gezielt geplant war, könnte dies weitere Debatten über Sicherheit bei hochkarätigen politischen Events auslösen.