SpaceX setzt auf KI – Cursor-Deal könnte 60 Milliarden Dollar kosten
SpaceX bleibt zwar ein führendes Unternehmen der Raumfahrtbranche, doch unter der Führung von Elon Musk rückt künstliche Intelligenz (KI) immer stärker in den Fokus. Das Unternehmen bereitet sich auf einen Börsengang (IPO) vor und hat nun eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Coding-Startup Cursor bekannt gegeben. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sicherte sich SpaceX eine Option zum Kauf von Cursor für bis zu 60 Milliarden Dollar. Sollte das Unternehmen von einem Kauf absehen, würde es dennoch 10 Milliarden Dollar für die Zusammenarbeit zahlen.
KI-Modelle für die Zukunft
In einer Social-Media-Bekanntmachung erklärte SpaceX:
"Die Kombination aus Cursors führendem Produkt und seiner Verbreitung unter Softwareentwicklern mit SpaceX‘ Supercomputer Colossus, der über eine Million H100-Äquivalente für das Training nutzt, ermöglicht es uns, die nützlichsten KI-Modelle der Welt zu entwickeln."
Hintergrund: SpaceX und die KI-Offensive
Der Cursor-Deal folgt nur zwei Monate nach der Übernahme von Musks eigenem KI-Unternehmen xAI, das den Chatbot Grok betreibt. Die verstärkte Ausrichtung auf KI fällt mit den Vorbereitungen für einen der größten Börsengänge der Unternehmensgeschichte zusammen, der noch in diesem Jahr erwartet wird und Milliarden einbringen könnte.
Was macht Cursor so besonders?
Cursor ist ein eigenständiges Startup, das KI-gestützte Software entwickelt, die Code schreibt und Fehler behebt – ähnlich wie Anthropic’s Claude Code oder OpenAI’s Codex. Das Hauptprodukt Composer lernt den Programmierstil des Nutzers und unterstützt bei der Code-Vervollständigung, -Überprüfung und -Bearbeitung. Entwickler können zwischen verschiedenen KI-Modellen wechseln, was jedoch die Kosten erhöht.
Composer hat unter Tech-Unternehmen Kultstatus erreicht, doch Kritiker bemängeln langsame Reaktionszeiten, insbesondere bei großen Codebasen. Zudem sorgte ein Vorfall für negative Schlagzeilen, als die KI-Kundensupport von Cursor Halluzinationen produzierte und damit eine Welle von Kündigungen auslöste.
Finanzielle Herausforderungen der KI-Branche
Trotz des Hypes um KI-Technologien sind viele Unternehmen derzeit noch nicht profitabel. xAI beispielsweise verzeichnete im Quartal bis zum 30. September 2025 einen Nettoverlust von 1,46 Milliarden Dollar – nach einem Verlust von einer Milliarde Dollar im Vorquartal. Dennoch setzt SpaceX weiterhin auf KI als Wachstumstreiber.
Laut internen IPO-Unterlagen stammten 2025 über 60 % der SpaceX-Einnahmen aus dem Satelliteninternetdienst Starlink. Dennoch investiert das Unternehmen massiv in KI, um sich für die Zukunft aufzustellen.
Cursor: Junges Startup mit Milliarden-Bewertung
Cursor wurde 2023 von vier MIT-Absolventen gegründet, die alle noch unter 30 Jahren sind. Im November 2024 sammelte das Unternehmen 2,3 Milliarden Dollar von Investoren wie Nvidia und Google ein und erreichte damit eine Bewertung von 29,3 Milliarden Dollar. Das Übernahmeangebot von SpaceX übertrifft diesen Wert mehr als doppelt.
Die Gründer hatten bisher Angebote großer Tech-Konzerne abgelehnt. Michael Truell, Mitgründer und CEO von Cursor, betonte 2024 gegenüber dem Wall Street Journal:
"Alle KI-Labore sind für uns wichtige Partner."
Eine Übernahme durch SpaceX könnte jedoch die Beziehungen zu Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic – die gleichzeitig auch Wettbewerber von xAI sind – grundlegend verändern. Die Geschichte zwischen Musk und OpenAI ist angespannt, unter anderem wegen eines anstehenden Rechtsstreits.
Nach der Ankündigung des Deals schrieb Truell auf X (ehemals Twitter):
"Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem SpaceX-Team, um Composer zu skalieren. Ein bedeutender Schritt auf unserem Weg."
Ausblick: KI als zentraler Baustein für SpaceX
Mit dem Cursor-Deal und der verstärkten KI-Fokussierung positioniert sich SpaceX als ernstzunehmender Akteur im Wettlauf um die Entwicklung der fortschrittlichsten KI-Modelle. Ob der Deal tatsächlich zustande kommt und wie sich dies auf die Beziehungen zu anderen Tech-Giganten auswirkt, bleibt abzuwarten – fest steht jedoch, dass Elon Musk die Zukunft seines Unternehmens zunehmend in der künstlichen Intelligenz sieht.