Strategy wird größter institutioneller Bitcoin-Besitzer

Die von Michael Saylor geführte Firma Strategy – ehemals bekannt als MicroStrategy – hat BlackRocks größten Spot-Bitcoin-ETF überholt und hält nun die weltweit größten institutionellen Bitcoin-Bestände. Wie aus einer am 20. April eingereichten SEC-Meldung hervorgeht, erwarb Strategy in der vergangenen Woche weitere 34.164 Bitcoin zum Durchschnittspreis von 74.395 US-Dollar pro Coin. Die Transaktion kostete rund 2,54 Milliarden US-Dollar und ist damit einer der größten Einzelkäufe in der Unternehmensgeschichte.

Mit diesem Schritt erhöhte Strategy seine Gesamtbestände auf 815.061 Bitcoin, was etwa 3,88 % des gesamten Bitcoin-Angebots entspricht. Insgesamt hat das Unternehmen bisher rund 61,56 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert, wobei die durchschnittlichen Anschaffungskosten bei 75.527 US-Dollar pro Coin liegen. Bei einem aktuellen Bitcoin-Preis von etwa 75.000 US-Dollar beläuft sich der Wert der Bestände auf rund 61,2 Milliarden US-Dollar – mit einem unrealisierten Verlust von über 228 Millionen US-Dollar.

Warum die Käufe nicht mehr als Marktimpuls wirken

Trotz des Rekordkaufs zeigt sich, dass Strategys milliardenschwere Bitcoin-Investitionen nicht mehr als bullischer Katalysator für den Markt gelten. Experten weisen darauf hin, dass die Strategie des Unternehmens – die auf Fremdfinanzierung und Eigenkapitalerhöhungen setzt – zwar das Portfolio vergrößert, aber den Bitcoin-Preis nicht mehr signifikant beeinflusst.

Analysten hatten zuvor prognostiziert, dass Strategy bis Ende 2024 die Marke von einer Million Bitcoin erreichen könnte. Doch die jüngsten Käufe unterstreichen, wie stark sich das Unternehmen auf seine bevorzugten Finanzierungsinstrumente verlässt, um die Bitcoin-Strategie ohne übermäßige Verwässerung der Stammaktien zu finanzieren.

Finanzierungsmodell: Stretch Preferred Securities als Hauptquelle

Laut SEC-Meldung generierte das Unternehmen durch seine Stretch Preferred Securities in der vergangenen Woche 2,18 Milliarden US-Dollar – etwa 85,7 % der Mittel, die für den Bitcoin-Kauf verwendet wurden. Diese Finanzierungsmethode ermöglicht es Strategy, weiterhin große Mengen Bitcoin zu erwerben, ohne auf eine starke Aktienverwässerung angewiesen zu sein.

Strategy-CEO Phong Le betonte, dass der jüngste Kauf die jährliche Bitcoin-Rendite des Unternehmens um 82 % auf 4,97 Milliarden US-Dollar in nur einer Woche steigerte. Er verwies auf die „reflexive Kraft“ der Kombination aus einem wertsteigernden digitalen Asset und zinstragender Fremdfinanzierung.

BlackRocks IBIT verliert die Spitzenposition

Der jüngste Kauf war ausreichend, um BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) zu überholen. IBIT hielt zuvor 798.026 Bitcoin und galt bis zum ersten Quartal 2024 als größter Bitcoin-Fonds. Die Überholung durch Strategy unterstreicht den Wandel in der institutionellen Bitcoin-Nachfrage: Während IBIT als regulierter ETF für Retail- und institutionelle Anleger dient, agiert Strategy als börsennotiertes Unternehmen mit einer Hebelwirkung durch Fremdkapital.

Einziger bekannter Bitcoin-Besitzer mit größeren Beständen ist Satoshi Nakamoto, dessen inaktive Wallets schätzungsweise 1,1 Millionen Bitcoin enthalten.

Ausblick: Wohin steuert Strategy?

Experten diskutieren, ob Strategys aggressive Bitcoin-Strategie langfristig nachhaltig ist. Während das Unternehmen weiterhin auf Fremdfinanzierung setzt, bleibt unklar, wie sich die Marktstimmung entwickelt. Die jüngsten Käufe zeigen zwar eine starke institutionelle Nachfrage, doch der Einfluss auf den Bitcoin-Preis lässt nach.

Für Anleger bleibt abzuwarten, ob Strategy seine Position als größter institutioneller Bitcoin-Besitzer halten und ausbauen kann – oder ob die Strategie langfristig zu einer Überlastung durch Schulden führt.