Eine neue Studie der Oregon State University und der Tufts University zeigt, dass Verbraucher gesündere Snacks bevorzugen und bereit sind, dafür einen Aufpreis zu zahlen – insbesondere, wenn diese mit einem offiziellen 'gesund'-Label der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA gekennzeichnet sind.
Die FDA hat 2024 die Definition des Begriffs 'gesund' für Lebensmittel aktualisiert. Die neue Regelung ersetzt die Vorgaben von 1992 und orientiert sich an aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen sowie den Empfehlungen der US-Regierung. Erstmals schlug die Behörde zudem ein offizielles 'FDA Healthy'-Symbol vor, das derzeit noch in der Genehmigungsphase ist. Ziel ist es, Verbrauchern eine klarere Orientierung beim Einkauf zu bieten.
Vertrauen in staatliche Kennzeichnung beeinflusst Kaufverhalten
Die Studie untersuchte, wie die neue FDA-Definition und das geplante Label das Kaufverhalten beeinflussen. Dabei zeigte sich, dass das Vertrauen der Verbraucher in staatliche Institutionen eine entscheidende Rolle spielt. „Unser zentrales Ergebnis ist, dass das Vertrauen in die Regierung ein wichtiger Faktor ist und Verbraucher bereit sind, für ein solches Label einen höheren Preis zu zahlen“, erklärt Katherine Fuller, Hauptautorin der Studie und Assistenzprofessorin an der Oregon State University mit Schwerpunkt Konsumverhalten und Nachhaltigkeit.
Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien zum USDA-'Bio'-Label, das ebenfalls mit höheren Preisen assoziiert wird. Für die aktuelle Untersuchung führten die Forscher 2023 ein Experiment mit 267 Teilnehmern in sechs Supermärkten im Raum Boston durch. Die Probanden sahen auf Tablets Bilder von 15 realen Produkten – neun davon galten als gesund, sechs als ungesund. Zunächst wurden die Produkte ohne Kennzeichnung präsentiert, anschließend mit einem generischen 'gesund'-Label oder dem neuen FDA-'Healthy'-Label, sofern sie den Kriterien entsprachen.
Die Teilnehmer erhielten fünf US-Dollar in bar sowie einen Zehn-Dollar-Gutschein für den Supermarkt. Sie wurden darüber informiert, dass die fünf Dollar für den Kauf eines der präsentierten Produkte verwendet werden konnten. Diese Methode simulierte ein echtes Einkaufserlebnis und ermöglichte es den Forschern, das tatsächliche Kaufverhalten zu analysieren.
„Indem wir den Teilnehmern echte Kaufkraft in einer realistischen Einkaufssituation gaben, konnten wir besser nachvollziehen, wie sich die Labels auf ihr Verhalten auswirken.“
Zusätzlich füllten die Teilnehmer einen Fragebogen zu Demografie, ihrem Wissen über gesunde Ernährung sowie ihrem allgemeinen Vertrauen in staatliche Institutionen aus. Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie:
- Verbraucher wählten häufiger gesunde Snacks, wenn diese gekennzeichnet waren.
- Die Präferenz für gesunde Snacks stieg, wenn offizielle Labels wie das der FDA verwendet wurden.
- Während sowohl das FDA- als auch generische 'gesund'-Labels die Auswahl gesunder Produkte erhöhten, hatte nur das FDA-Label eine statistisch signifikante Wirkung.
Höhere Preise für zertifizierte 'gesunde' Lebensmittel
Die Studie unterstreicht, dass Verbraucher nicht nur gesündere Produkte bevorzugen, sondern auch bereit sind, dafür einen Aufpreis zu zahlen – insbesondere, wenn die Kennzeichnung von einer vertrauenswürdigen Behörde wie der FDA stammt. Dies könnte Herstellern Anreize bieten, ihre Produkte nach den neuen Richtlinien auszurichten und mit dem offiziellen Label zu versehen.
Die Ergebnisse sind besonders relevant vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage nach transparenter und gesunder Ernährung. Die FDA arbeitet derzeit an der finalen Genehmigung des neuen 'FDA Healthy'-Symbols, das Verbrauchern zukünftig eine noch klarere Orientierung bieten soll.