Threads löst sich von Instagram – mit neuem Logo
Seit seinem Start im Juli 2023 war Threads fast ausschließlich als Ableger von Instagram wahrgenommen worden: ein Twitter-Alternativangebot, ein Konkurrent zu Bluesky. Doch nach drei Jahren ist die Plattform nun bereit, sich als eigenständige Marke zu etablieren. Den Anfang macht ein überarbeitetes Logo und ein neues Wortzeichen, die seit dem 11. Mai bei allen Nutzern sichtbar sind.
Christopher Clare, Head of Design bei Threads, erklärte die Motivation hinter dem Relaunch:
„Seit fast drei Jahren existiert Threads – ursprünglich als Nebenprojekt von Instagram. Es war an der Zeit für ein Update, das unsere Marke und unsere Zukunft besser widerspiegelt: eine neue, eigenständige Ära.“
Vom Instagram-Ableger zur eigenständigen Plattform
Als Threads 2023 an den Start ging, war es sinnvoll, das Design an Instagram anzulehnen. Die vertraute Optik sollte Nutzern den Einstieg erleichtern, da ein bestehendes Instagram-Konto Voraussetzung für die Anmeldung war. Doch langfristig führte dies dazu, dass Threads wie ein „kleiner Bruder“ von Instagram wahrgenommen wurde – ohne eigene Identität.
Die neue Gestaltung markiert einen klaren Bruch mit der Vergangenheit. Meta signalisiert damit, dass Threads nun als eigenständige Plattform etabliert werden soll. Die Änderungen sind zwar subtil, aber bedeutsam: Sie sollen Threads sofort erkennbar machen – unabhängig vom Kontext.
Von 100 Millionen zu 400 Millionen Nutzern
Threads startete während einer Kontroverse um die Änderungen bei X (ehemals Twitter) unter Elon Musk. Der perfekte Zeitpunkt bescherte der Plattform einen Rekordstart: Innerhalb weniger Tage meldeten sich 100 Millionen Nutzer an. Meta-Chef Mark Zuckerberg formulierte damals das ambitionierte Ziel von einer Milliarde Nutzern.
Nach dem anfänglichen Hype verlangsamte sich das Wachstum zunächst. Zum ersten Geburtstag im Juli 2024 zählte Threads 175 Millionen monatlich aktive Nutzer. Doch bis August 2025 stieg die Zahl auf 400 Millionen – ein klares Zeichen für Metas Investitionen in die Plattform.
Zu den jüngsten Neuerungen gehören „Geister-Posts“ (inspiriert von Snapchat, eingeführt im Oktober 2024) und die Funktion „Dear Algo“, mit der Nutzer die Algorithmen beeinflussen können (seit Februar 2025).
Design für öffentliche Gespräche
Das überarbeitete Logo verfolgt ein klares Ziel: Threads soll sich von Instagram lösen und eine eigene visuelle Identität entwickeln. Clare erklärt:
„Instagram war der Einstieg. Doch mit der wachsenden Community und eigenen Produktmerkmalen wirkte die Verbindung zunehmend hinderlich. Nutzer verwechselten Inhalte oft mit Instagram, und die Marke vermittelte nicht ausreichend, wofür Threads steht: für öffentliche Gespräche.“
Die Änderungen zielen darauf ab, Threads sofort erkennbar zu machen – egal, wo die Plattform erscheint. Die neue Typografie und das reduzierte Design unterstreichen den eigenständigen Charakter und die klare Positionierung als Ort für gesellschaftliche Debatten.
Was bringt die Zukunft?
Mit dem neuen Logo und der wachsenden Nutzerzahl zeigt Meta, dass Threads nicht mehr nur ein Experiment ist, sondern eine ernstzunehmende Alternative zu etablierten Plattformen. Die nächsten Schritte könnten weitere Funktionen und eine noch stärkere Abgrenzung von Instagram umfassen. Eines ist sicher: Threads hat sich auf den Weg gemacht, eine eigene Stimme in der Social-Media-Landschaft zu werden.