Washingtons politische Landschaft ist gespalten: Während Donald Trump versucht, Steuergelder für ein neues Projekt im Weißen Haus zu sichern, melden sich republikanische Abgeordnete und Senatoren mit deutlicher Skepsis zu Wort. „Es war eine Sache, als private Gelder flossen“, erklärte Senator John Curtis aus Utah gegenüber Politico. „Aber wenn Sie eine Milliarde Dollar verlangen, habe ich sehr harte Fragen.“
Noch klarer fiel die Absage von Kongressabgeordnetem Brian Fitzpatrick (Republikaner, Pennsylvania) aus: „Das wird hier nicht passieren“, betonte er. Die Diskussion um Trumps Finanzierungspläne für einen neuen Ballsaal im Weißen Haus kommt zu einem Zeitpunkt, an dem seine Wirtschaftspolitik zunehmend unter Druck gerät.
Trump gesteht indirekt Verantwortung für die Inflation ein
In einer Kolumne für The Bulwark analysiert Autor Will Saletan, wie Trump seine eigene Rolle bei der aktuellen Wirtschaftslage relativiert. Während er in der Vergangenheit Erfolge anderer Präsidenten für sich beanspruchte, sucht er nun nach Sündenböcken – zunächst die Pandemie, später die US-Notenbank. Doch diesmal entkommt er seiner Verantwortung nicht.
Offizielle Zahlen vom Dienstag zeigen einen deutlichen Anstieg bei Energiepreisen, Lebensmittelkosten und der Kerninflation. Die Ursache: Trumps Krieg in Iran. Der ehemalige Präsident hat in den letzten Wochen mehrfach eingeräumt, dass er die wirtschaftlichen Folgen dieser Militäraktion vorhergesehen und trotzdem beschlossen hat, sie durchzuführen.
Trumps eigene Aussagen belegen seine Verantwortung
Mindestens fünfzehnmal in den letzten fünf Wochen hat Trump öffentlich erklärt, wie er sein Wirtschaftsteam über die bevorstehenden Konsequenzen informierte. Bei einer Rede in Florida am 1. Mai sagte er:
„Ich rief Scott Bessent und mein gesamtes Team zusammen – vor allem meine Finanzexperten. Ich sagte: ‚Herzlichen Glückwunsch, wir haben gerade den höchsten Stand der Börsenhistorie erreicht.‘ Die Ölpreise lagen bei 60 oder 70 Dollar pro Barrel. Benzin kostete in einigen Bundesstaaten nur 1,85 Dollar pro Gallone.
Dann sagte ich: ‚Aber jetzt werde ich euch die Freude verderben, denn wir müssen eine kleine Reise nach Iran unternehmen – und sicherstellen, dass sie keine Atomwaffe entwickeln.‘ Wir haben sie mit B-2-Bombern gestoppt. Hätten wir das nicht getan, hätten sie jetzt eine Atomwaffe.“
Jedes Mal, wenn Trump diese Geschichte erzählt, bleibt die Kernaussage gleich: Der Krieg war seine Entscheidung, und er wusste, dass er die Wirtschaft destabilisieren würde. Vor dem Konflikt lag der Benzinpreis in manchen Regionen unter zwei Dollar pro Gallone. Heute kostet er im Schnitt etwa 4,50 Dollar.
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Bereits am 12. April hatte Trump in einem Interview mit Maria Bartiromo eingeräumt, dass Öl und Benzin bis November noch teurer werden könnten. Bartiromos Reaktion: ein überraschter Augenaufschlag. Drei Tage später prahlte Trump damit, dass der Ölpreis bei 92 Dollar pro Barrel liege – ein Anstieg von 65 Dollar vor dem Krieg. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte er. Am 6. Mai verkündete er stolz, der Preis liege nun bei 100 Dollar.
Vor dem Konflikt im Februar stand der Dow Jones bei über 50.000 Punkten. Mittlerweile hat er deutlich an Wert verloren.
Republikaner zweifeln an Trumps Finanzierungsplänen
Während Trump mit seiner Rhetorik die wirtschaftlichen Folgen seines Handelns relativiert, wächst die Skepsis in den eigenen Reihen. Besonders seine Forderung nach Steuergeldern für den Ausbau des Weißen Hauses stößt auf Widerstand. Viele Republikaner fragen sich, ob solche Projekte in Zeiten hoher Staatsverschuldung und Inflation gerechtfertigt sind.
Die Debatte zeigt: Trumps Strategie, Verantwortung für wirtschaftliche Probleme auf andere abzuwälzen, funktioniert nicht mehr. Die Fakten sprechen eine klare Sprache – und sie belasten seine Glaubwürdigkeit zunehmend.