Donald Trump hat am Muttertag erneut bewiesen, dass ihm politische Verantwortung weniger wichtig ist als die Inszenierung seiner eigenen Person. Statt eine einfache Glückwunschbotschaft zu teilen, veröffentlichte der ehemalige US-Präsident am Sonntagabend Dutzende KI-generierte Posts auf Truth Social, die seine vermeintliche Größe und die seiner Anhänger feiern.

Selbstbeweihräucherung statt Muttertagsgrüße

Während Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner den Muttertag begingen, nutzte Trump die Plattform, um sich selbst als „größten Präsidenten aller Zeiten“ zu inszenieren. Unter den geteilten Inhalten fanden sich unter anderem:

  • Posts, die Trump als „Trumplican“ und „echten amerikanischen Badass“ bezeichneten
  • Eine KI-generierte Darstellung von Trumps Gesicht auf dem Mount Rushmore
  • Ein Aufruf zum „Bau des Ballsaals“, auf den Trump kommentierte: „Er entsteht schnell!!!“
  • Wiederholte Behauptungen, Trump sei der „G.O.A.T.“ – das größte von allen

Zusätzlich zu diesen Posts teilte Trump Inhalte von scheinbar unabhängigen Accounts wie „Trump’s Army“ und „Extremely Stable Genius“, die allesamt seine vermeintlichen Erfolge und die seiner Anhänger preisen.

Angriffe auf politische Gegner und Falschbehauptungen

Neben der Selbstbeweihräucherung nutzte Trump die Plattform, um politische Gegner zu diffamieren. Er teilte Posts, die Demokraten und den ehemaligen Präsidenten Joe Biden angriffen, sowie einen Aufruf zur Verhaftung von Wahlhelfern, die er der Wahlmanipulation beschuldigte.

Besonders dreist war ein geteilter Post, der behauptete, CNN habe Trump als „beliebtesten Präsidenten unter Republikanern“ bezeichnet – ein Titel, den er angeblich sogar vor Ronald Reagan errungen habe. Angesichts der aktuellen Umfragen, die Trumps Zustimmungsraten auf historische Tiefststände sinken lassen, wirkt diese Behauptung jedoch völlig realitätsfremd.

Iran-Konflikt und innenpolitische Krisen als Hintergrund

Der Strom an KI-generierten Posts folgte auf eine Reihe weiterer provokanter Äußerungen Trumps am selben Tag. So bezeichnete er Irans Gegenangebot zur Beendigung des Krieges als „völlig inakzeptabel“ und behauptete, konservative Mitglieder des Supreme Courts seien ihm aufgrund persönlicher Loyalität verpflichtet. Zudem prahlte er mit seinen Bemühungen, das Reflecting Pool in Washington zu „reparieren“.

Auch innenpolitisch zeigte sich Trump weiterhin mit sich selbst beschäftigt: Er beschwerte sich über die Rückzahlung von Milliarden Dollar an Steuereinnahmen nach der Aufhebung seiner illegalen Zölle durch den Supreme Court und behauptete, die Demokraten „müssten scheitern“.

Muttertag als Vorwand für Jobzahlen

Bereits zuvor hatte Trump den Muttertag genutzt, um die neuesten Arbeitsmarktzahlen zu preisen – obwohl seine Politik in den Jahren zuvor zu einem dramatischen Einbruch des Jobwachstums geführt hatte. Kritiker sehen darin einen weiteren Beweis für Trumps Priorisierung von Propaganda über substanzielle Politikgestaltung.

„Trumps Verhalten zeigt, dass er sich weniger als Präsident denn als Chef seines eigenen Fanclubs versteht. Während echte Krisen wie der Konflikt mit Iran eskalieren, verliert er sich in selbstverliebten Posts und KI-generierter Propaganda.“

Fazit: Selbstinszenierung über Regierungsverantwortung

Trumps Aktivitäten am Muttertag unterstreichen ein wiederkehrendes Muster: Anstatt sich um die drängenden Probleme des Landes zu kümmern, nutzt er jede Gelegenheit, um seine eigene Person und seine Anhänger zu beweihräuchern. Diese Priorisierung von Selbstinszenierung über Regierungsverantwortung wirft ernsthafte Fragen über seine Eignung als politischer Führer auf.