Senator entlarvt Falschaussage des Fed-Kandidaten

Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona hat während der Senatsanhörung zur Bestätigung von Kevin Warsh als neuem Vorsitzenden der US-Notenbank eine klare Falschaussage aufgedeckt. Warsh, ein enger Vertrauter von Ex-Präsident Donald Trump, soll nach dessen Angaben im Dezember 2025 in einem Gespräch gezielt nach seiner Bereitschaft zu Zinssenkungen gefragt haben.

Direkte Konfrontation im Senat

Gallego konfrontierte Warsh mit dessen eigener Aussage gegenüber Senator John Kennedy, Trump habe ihn in keinem Vorstellungsgespräch zu Zinssenkungen gedrängt. Warsh bestätigte dies unter Eid. Doch Gallego legte nach und zitierte ein Interview Trumps mit dem Wall Street Journal vom 12. Dezember 2025, in dem dieser bestätigte, Warsh nach dessen Haltung zu Zinssenkungen gefragt zu haben:

„Während eines 45-minütigen Treffens fragte der Präsident Warsh, ob er ihm vertrauen könne, Zinssenkungen zu unterstützen, falls er die Leitung der Zentralbank übernehmen würde.“

Warsh wirft Journalisten „schlechte Quellen“ vor

Anstatt die Fakten anzuerkennen, behauptete Warsh, die Journalisten des Wall Street Journal – Meridith McGraw, Nick Timiraos und Brian Schwartz – hätten „schlechte Quellen“ oder „mangelnde journalistische Standards“. Gallego konterte mit der Frage, ob Warsh damit indirekt unterstelle, auch Trump lüge.

Als Warsh zu einer Antwort ansetzte, unterbrach ihn Gallego und wechselte das Thema. Auf die Nachfrage, wie Warsh reagieren würde, falls das Wall Street Journal seine Berichterstattung bestätigen könne, wiederholte dieser lediglich seine Kritik an den Medien.

Hintergrund: Warshs umstrittene Nominierung

Kevin Warsh, ehemaliger Fed-Gouverneur (2006–2011) und wirtschaftspolitischer Berater unter George W. Bush, gilt als umstrittene Wahl für den Posten des Fed-Vorsitzenden. Mit einem Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar wäre er der reichste Fed-Chef der Geschichte – ein Symbol für Trumps Politik zugunsten der Wirtschaftselite.

Trump drängt seit Monaten auf eine Ablösung von Jerome Powell, den er 2017 selbst ernannt hatte. Powell weigerte sich jedoch, sich politisch instrumentalisieren zu lassen und lehnte Zinssenkungen auf Druck des Präsidenten ab. Trump reagierte mit einer rechtlichen Schikane: Er leitete eine Klage gegen Powell ein, die ein Gericht jedoch als unbegründet abwies.

Demokraten feiern Powell als „stillen Helden“

Powers Widerstand gegen Trumps Einfluss hat ihn bei Demokraten zu einer Art Kultfigur gemacht. Seine sachliche Amtsführung steht im krassen Gegensatz zu Trumps Forderung nach einer politisch gefärbten Geldpolitik.

Die Anhörung von Warsh zeigt einmal mehr, wie stark die politische Polarisierung die US-Notenbank beeinflusst – und wie schwer es ist, unabhängige Institutionen vor parteipolitischem Druck zu schützen.