WASHINGTON, D.C. – Nach dem dritten hochkarätigen Attentatsversuch auf Ex-Präsident Donald Trump beim diesjährigen Weißen Haus-Presseball setzt die Regierung auf politische Gegenoffensiven. Während Trump und seine Ehefrau Melania den Moderator Jimmy Kimmel für einen vermeintlich „hasserfüllten und gewalttätigen“ Witz zur Zielscheibe machten, nutzt das Weiße Haus die Situation, um den Bau eines umstrittenen Ballsaals voranzutreiben.
Der Attentäter, der am Wochenende auf Trump und die Gäste des Presseballs schoss, wurde am Montag vor Gericht gestellt. Ein Secret-Service-Agent erlitt leichte Verletzungen, da er eine schusssichere Weste trug. Trump blieb unverletzt. Weitere Details zum Täter und seinen Motiven werden in den kommenden Tagen erwartet.
Angriff auf Jimmy Kimmel: Ein altes Muster
Bereits vor dem Attentat hatte die Trump-Administration Jimmy Kimmel ins Visier genommen. Der Moderator hatte in einer Sendung einen Witz über Melania Trump gemacht, in dem er sie als „strahlend wie eine werdende Witwe“ beschrieb. Trump und seine Frau forderten daraufhin öffentlich Kimmels Entlassung und bezeichneten den Witz als „hasserfüllt und gewalttätig“.
Dieses Vorgehen ist nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung versucht, Kimmel mundtot zu machen. Damals drohte der damalige FCC-Vorsitzende unter Trump, ABC – Kimmels Arbeitgeber – zu bestrafen, woraufhin dieser vorübergehend aus dem Programm genommen wurde. Die Maßnahme scheiterte und wurde als peinliche Niederlage für die Administration gewertet.
Obwohl es keine Verbindung zwischen Kimmels Witz und dem Attentat gibt, setzt die Regierung nun erneut auf diese Strategie. Ein klarer Fall von politischer Instrumentalisierung einer tragischen Situation.
Der umstrittene Ballsaal: Sicherheit als Vorwand?
Ein weiteres zentrales Thema der Trump-Administration ist der geplante Bau eines luxuriösen Ballsaals im Ostflügel des Weißen Hauses. Der bestehende Ostflügel soll dafür abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Doch rechtliche Hürden blockieren das Projekt: Ein Gerichtsurteil untersagt derzeit oberirdische Bauarbeiten.
Nach dem Attentat nutzt die Regierung nun die Sicherheitslage als Argument, um den Bau zu beschleunigen. Der amtierende Justizminister Todd Blanche erklärte am Sonntag, der Rechtsstreit verzögere den Bau eines „sicheren Raums für den Präsidenten“. Dabei ist der Presseball selbst kein Regierungsereignis und würde auch bei Fertigstellung nicht im Weißen Haus stattfinden.
Politische Taktik oder echte Sicherheitsbedenken?
Experten sehen in den aktuellen Vorstößen der Trump-Administration weniger echte Sicherheitsinteressen als vielmehr politische Kalküle. Nach einem knapp abgewendeten Attentat nutzt die Regierung die Situation, um Gegner zu attackieren und eigene Projekte durchzusetzen – selbst wenn diese rechtlich fragwürdig sind.
Während die einen die Maßnahmen als verantwortungslose Ausnutzung einer Krise kritisieren, feiern andere Trumps Entschlossenheit. Eines ist jedoch klar: Die politische Landschaft bleibt auch nach dem Attentat turbulent.
Bonus: Der kuschelige „Chonkers“
Abseits der Politik sorgt ein ganz anderes Thema für Heiterkeit: In San Francisco hat sich ein Steller-Seelöwe namens „Chonkers“ am Pier 39 breitgemacht. Der überaus gesellige Meeresbewohner – wissenschaftlich als thigmotaktisch beschrieben – liebt es, sich an Besucher zu schmiegen. Ein herzerwärmendes Beispiel für tierische Geselligkeit in stürmischen Zeiten.