Trump-Administration droht mit Zwangsmaßnahmen
REDORD, Texas – Bei einer seltenen öffentlichen Versammlung in der Kleinstadt Redford machte die Trump-Regierung am Dienstag unmissverständlich klar: Wer sich nicht mit dem Bau der Grenzmauer arrangiert, muss mit Zwangsmaßnahmen rechnen. „Arbeitet mit uns zusammen, oder wir bauen die Mauer trotzdem“, lautete die Botschaft an verärgerte Grundbesitzer.
Hektischer Zeitplan führt zu Konflikten
Der Druck, die Bauarbeiten im Westen von Texas voranzutreiben, führt zu überstürzten und schlampigen Maßnahmen, die Anwohner, Rancher und die Tourismusbranche empören. Laut Berichten soll die Mauer bereits bis Dezember 2027 fertiggestellt werden. Seit Jahresbeginn verschickt das US Army Corps of Engineers Pakete an Grundbesitzer – oft mit falschen Grundstücksgrenzen oder Eigentümerangaben. Darin werden Summen zwischen 1.000 und 5.000 Dollar für erste Zugangsrechte angeboten.
Drei Optionen – alle führen zum Verlust des Landes
Die Pakete enthalten drei Optionen für die Grundbesitzer, doch alle zielen darauf ab, dass die US Customs and Border Protection (CBP) das Land für den Bau erhält – sei es durch freiwillige Vereinbarung oder Enteignung.
Schnellbau in der „Big Bend“-Region
Die Trump-Regierung hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Bau im „Big Bend“-Sektor zu beschleunigen – einer Region, die National- und Staatsparks umfasst. Die ehemalige Heimatschutzministerin Kristi Noem unterzeichnete 28 Ausnahmen für Umwelt- und Kulturschutz, um das Projekt voranzutreiben. Grundlage war eine Anordnung von Trump, die eine „Invasion“ an der Südgrenze behauptet.
Baufirmen errichten bereits „Mannlager“ und mieten Wohnmobile in lokalen Parks, um Hunderten von Arbeitern Unterkunft zu bieten. Der Baubeginn ist für Juni geplant – just zu Beginn der Regenzeit mit regelmäßigen Sturzfluten.
Armeeingenieure drohen mit Konsequenzen
Zwei Vertreter des Army Corps of Engineers machten bei der Versammlung in Redford (Einwohnerzahl: 71) klar, worum es geht: „Wenn die Verwaltung einen Plan hat und wir versuchen, uns mit einem Grundbesitzer abzustimmen, dieser aber nicht reagiert, ist das eine klare Botschaft: Sie sind nicht einverstanden.“
„Aber Sie haben auch keine Möglichkeit, Alternativen zu besprechen.“
– Marvin Makarwich, Army Corps of Engineers
Seit Jahresbeginn häufen sich Briefe, E-Mails und Anrufe in den Gemeinden entlang des Rio Grande. Die bevorzugte Lösung der Regierung: Grundbesitzer sollen eine „Right of Entry for Construction“-Vereinbarung unterzeichnen. Diese gibt der CBP vollen Zugang für Vermessungen und Bauarbeiten. Erst nach Abschluss der Bauarbeiten soll eine Entschädigung für benötigte Flächen gezahlt werden.
Falsche Grundstücksangaben und Umweltbedenken
Ein internes Dokument zeigt unvollständige und fehlerhafte Grundstücksgrenzen. Würde der Bau entlang der markierten roten Linie fortgesetzt, würde die Mauer mitten durch Privatbesitz verlaufen. Kritiker befürchten zudem massive Eingriffe in die fragile Ökologie der Region.
Lokale Aktivisten und Grundbesitzer fordern mehr Transparenz und eine ernsthafte Prüfung der Pläne. Doch die Regierung setzt weiter auf Tempo – mit oder ohne Zustimmung der Betroffenen.