Die nächtlichen Aktivitäten von Donald Trump auf Truth Social sorgen selbst in seinem engsten Kreis für wachsende Verärgerung. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider berichtet, steht hinter den oft stundenlangen Social-Media-Exzessen die White House Executive Assistant Natalie Harp.

Seit Monaten organisiert Harp die späten Posts des ehemaligen Präsidenten, die regelmäßig für Aufsehen sorgen. Während Trump eigentlich schlafen sollte, erscheinen auf seinem Profil immer wieder Beiträge – oft mit fragwürdigen Inhalten. Dazu gehören unbelegte Verschwörungstheorien zur Präsidentschaftswahl 2020 oder reißerische Schlagzeilen über seine angebliche Beliebtheit in der Bevölkerung.

Harp druckt die Entwürfe aus und wartet auf Trumps Freigabe, bevor sie veröffentlicht werden. Wie Quellen dem Journal bestätigten, gehören zu ihren Arbeiten auch Posts, die Barack und Michelle Obama als Affen darstellten oder Trump als Jesus Christus in einer KI-generierten Darstellung zeigten. Beide Beiträge lösten massive öffentliche Kritik aus und wurden später von Trump gelöscht. Im Fall des rassistischen Videos behauptete Trump, den entsprechenden Abschnitt nicht gesehen zu haben, und schob die Verantwortung auf einen Bearbeitungsfehler.

Die Spannungen innerhalb des Teams entstehen auch durch Harps Arbeitsweise: Sie kommuniziert ihre Entwürfe ausschließlich mit Trump und ignoriert andere Mitarbeiter, darunter auch das Büro des Stabschefs. Diese Vorgehensweise führt zu Konflikten mit Kollegen, die sich von ihren provokanten Formulierungen betroffen fühlen.

Auf Anfrage des Wall Street Journal bestätigte der White House Communications Director Steven Cheung, dass Truth Social die primäre Plattform für Trumps direkte Kommunikation mit der Öffentlichkeit bleibe. Gleichzeitig weigerte er sich, Details zum Entstehungsprozess der Posts preiszugeben.

„Truth Social ist beliebter denn je, weil Präsident Trump den Amerikanern seine unzensierten Gedanken direkt vermittelt – ohne dass eine voreingenommene Medienlandschaft seine Aussagen aus dem Kontext reißt.“

Cheung betonte, dass keine andere Social-Media-Plattform so effektiv sei wie Truth Social. Über interne Abläufe bei der Erstellung der Posts äußerte er sich jedoch nicht.