Die NFL Players Association (NFLPA) hat kürzlich auf Twitter eine Diskussion über die Qualität von Spielfeldern angefacht. In einem verlinkten Podcast-Auftritt mit Cam Heyward auf Not Just Football erklärte JC Tretter, Geschäftsführer der NFLPA, warum die Mehrheit der Spieler natürlichen Rasen bevorzugt.
92 Prozent der NFL-Spieler wollen Rasen statt Kunstrasen
„Was wir brauchen, sind hochwertige Rasenplätze – solide und gut gepflegt“, betonte Tretter gegenüber ESPN. „Es geht nicht darum, einfach irgendwelche Golfplatz-Rasen zu verlegen. Jedes Spielfeld sollte eine erstklassige Oberfläche bieten.“
Eine Umfrage unter 1.700 Spielern ergab: 92 Prozent bevorzugen Rasen gegenüber Kunstrasen. Nur acht Prozent bevorzugen künstliche Beläge – möglicherweise Torhüter oder junge Spieler, die zunächst auf maximale Geschwindigkeit setzen, bis der Abrieb der Stollen nachlässt.
„Es gibt etwas Besonderes am Gefühl, auf Rasen zu spielen“, erklärte Tretter. „Selbst Trainer spüren den Unterschied, wenn sie stundenlang auf Rasen oder Kunstrasen stehen. Das hat Auswirkungen auf den Körper.“
Kunstrasen spart Kosten – aber zu welchem Preis?
Die NFL argumentiert, dass die Verletzungsrate auf beiden Belägen ähnlich sei. Doch chronische Beschwerden, die durch Kunstrasen entstehen, werden nicht als offizielle Verletzungen erfasst. Die langfristigen Folgen des harten Untergrunds könnten jedoch das Verletzungsrisiko auf beiden Belägen erhöhen.
Während die Liga weiterhin auf Kunstrasen setzt – günstiger und vielseitiger für Events wie Konzerte oder Monstertruck-Shows – kritisiert Tretter: „Die Besitzer verdienen Geld mit diesen Veranstaltungen, doch die Spieler profitieren nicht davon. Gleichzeitig müssen sie auf schlechteren Belägen spielen.“
Wird die NFL auf die Spielerforderungen eingehen?
Die Frage ist, ob die Liga zustimmt, hochwertige Rasenplätze für die 10 regulären Saisonspiele pro Stadion (ohne internationale Spiele, inklusive Play-offs) einzurichten. Bisher haben nur wenige Besitzer freiwillig auf Rasen umgestellt, da die Kosten für Kunstrasen geringer sind.
Für Besitzer, die bereits Rasenplätze nutzen, wäre die Umstellung unproblematisch. Doch für andere könnte es ein finanzieller Aufwand sein. Die nächste Tarifverhandlung steht an – und die Spielerforderung nach besseren Spielflächen könnte ein zentraler Verhandlungspunkt werden.
FIFA-Vorgaben als Vorbild?
Die FIFA schreibt für internationale Spiele hochwertige Rasenplätze vor. Die NFL könnte sich daran orientieren, um die Spielerzufriedenheit zu erhöhen. Doch ob die Liga bereit ist, die höheren Kosten zu tragen, bleibt offen.
„Die Spieler wollen faire Bedingungen – und das schließt hochwertige Spielflächen ein.“
JC Tretter, NFLPA-Geschäftsführer