Das US-Außenministerium hat in einem offiziellen Dokument eingeräumt, dass die Vereinigten Staaten auf Ersuchen Israels in den Krieg gegen den Iran eingetreten sind. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Rechtsberaters Reed D. Rubinstein heißt es, die USA seien "auf Wunsch und im Rahmen der kollektiven Selbstverteidigung ihres israelischen Verbündeten sowie im Rahmen des eigenen Rechts auf Selbstverteidigung" in den Konflikt involviert.

Die Erklärung stützt sich auf mehrere Schreiben an den UN-Sicherheitsrat, die diese Verbindung belegen sollen. Diese offene Anerkennung steht jedoch im direkten Widerspruch zu früheren Aussagen von Präsident Donald Trump und dem Weißen Haus.

Trump hatte wiederholt betont, Israel habe keinen Einfluss auf seine Entscheidung gehabt, einen weiteren unpopulären Krieg im Nahen Osten zu beginnen. Erst diese Woche schrieb er auf Truth Social, dass "Israel mich nie in den Krieg mit dem Iran hineingezogen hat", sondern dass die Ereignisse vom 7. Oktober sowie seine langjährige Überzeugung, dass "der Iran niemals eine Atomwaffe besitzen darf", seine Haltung geprägt hätten.

Laut einem Bericht der New York Times vom diesem Monat wurde die US-Beteiligung an dem Krieg nach einem Treffen am 11. Februar zwischen Trump, dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu und weiteren US- und israelischen Offiziellen im Situation Room des Weißen Hauses beschlossen.

Berichten zufolge übte Netanyahu direkten Druck aus und trieb die USA damit in den Konflikt. US-Militärs hatten Trump zuvor gewarnt, dass Teile von Netanyahus Plan für einen Angriff auf den Iran "lächerlich" seien. Dennoch ließ sich Trump von der Idee überzeugen, das theokratische Regime in Teheran zu stürzen.

Es scheint, dass Netanyahu weiterhin großen Einfluss auf die US-Politik hat. Erst letzten Monat erklärte Trump gegenüber der Times of Israel, dass die Entscheidung über das Ende des Krieges eine "gemeinsame" mit dem israelischen Premierminister sein werde. Doch Israel hat Friedensverhandlungen bisher erschwert, indem es wiederholt fragile Waffenstillstände brach und Nachbarländer angriff.

Unklar bleibt, welchen Nutzen der Krieg gebracht hat. Gemeinsam mit Israel haben die USA Tausende iranische Zivilisten getötet und die zivile Infrastruktur des Landes zerstört. Bisher wurde das Regime nicht gestürzt – im Gegenteil: Es hat sich radikalisiert. Zudem starben 13 US-Soldaten, die Lebenshaltungskosten weltweit stiegen, und internationale Beziehungen, insbesondere zwischen den USA und westlichen Verbündeten, verschlechterten sich. Die Kosten für den Steuerzahler belaufen sich auf über eine Milliarde Dollar pro Tag – insgesamt bereits über 60 Milliarden. Gleichzeitig wächst in den USA die politische Ablehnung der MAGA-Ideologie, da die Bevölkerung zunehmend desillusioniert über den zunehmend instabilen und unberechenbaren Präsidenten ist.