Washington, D.C. – Der demokratische Kongressabgeordnete Adam Smith, ranghöchstes Mitglied im House Armed Services Committee, hat eine unabhängige Untersuchung des US-Luftangriffs auf eine Mädchenschule im Iran gefordert. Bei dem Angriff im Mai 2024 wurden über 100 Menschen getötet, darunter zahlreiche Schülerinnen.

Smith äußerte sich in einem Interview mit dem Nachrichtenportal The Bulwark und kritisierte die Militäroperation scharf. „Dieser Angriff war ein schwerwiegender Fehler mit verheerenden humanitären Folgen“, so Smith. Er forderte eine transparente Aufklärung, um sicherzustellen, dass solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden.

Hohe Kosten militärischer Einsätze

Neben der humanitären Katastrophe thematisierte Smith die finanziellen Belastungen militärischer Interventionen. Laut Schätzungen beliefen sich die Kosten des jüngsten Konflikts mit dem Iran auf rund 29 Milliarden US-Dollar. Smith warnte vor weiteren unkalkulierbaren Ausgaben, insbesondere im Zusammenhang mit Plänen für ein raketenabwehrsystem nach israelischem Vorbild („Golden Dome“), dessen Kosten auf 1,2 Billionen US-Dollar geschätzt werden.

Forderung nach parlamentarischer Kontrolle

Der Kongressabgeordnete kündigte an, im House Armed Services Committee eine Untersuchung des Angriffs einzuleiten. „Der Kongress muss seine verfassungsmäßige Rolle wahrnehmen und militärische Einsätze stärker kontrollieren“, betonte Smith. Er kritisierte, dass die Exekutive in der Vergangenheit zu oft ohne ausreichende parlamentarische Debatte gehandelt habe.

„Wir können nicht zulassen, dass weitere unschuldige Leben durch militärische Fehlentscheidungen geopfert werden. Eine unabhängige Untersuchung ist der erste Schritt zur Verantwortung.“ – Adam Smith

Reaktionen aus Politik und Öffentlichkeit

Die Forderung nach Aufklärung stößt auf breite Unterstützung. Auch Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International haben bereits ähnliche Untersuchungen gefordert. Kritiker des Angriffs verweisen auf mögliche Verstöße gegen internationales Recht und fordern Konsequenzen für die Verantwortlichen.

Die US-Regierung hat bisher keine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben. Ein Sprecher des Pentagon erklärte lediglich, dass der Angriff „militärische Ziele“ betroffen habe, ohne weitere Details zu nennen.

Ausblick: Eskalation oder Deeskalation?

Smith warnte vor einer weiteren Destabilisierung der Region und forderte diplomatische Lösungen. „Militärische Gewalt führt selten zu langfristiger Stabilität“, so der Abgeordnete. Er plädierte stattdessen für eine Stärkung der diplomatischen Kanäle und eine Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.

Die Debatte über den Angriff und seine Folgen wird voraussichtlich in den kommenden Wochen im Kongress fortgesetzt. Smith kündigte an, weitere hearings abzuhalten, um die genauen Umstände des Angriffs zu klären.