Die US-Münzanstalt gilt als Symbol für Stabilität und Integrität, ihre Goldmünzen als Inbegriff von Sicherheit und Wert. Doch eine aktuelle Untersuchung der New York Times zeigt: Das Gold der Münzanstalt stammt aus dubiosen Quellen – darunter Minen von Kartellen, korrupten Regimen und Terrorgruppen. Damit wird das Edelmetall zum letzten Schritt der Geldwäsche, bevor es auf dem internationalen Markt gehandelt wird.

Die Recherchen der Zeitung verfolgen den Weg des Goldes von gefährlichen Minen in Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo oder dem Sudan bis hin zu US-Raffinerien – darunter auch die hochsichere Anlage in West Point. Die US-Münzanstalt ist der größte Anbieter von Goldmünzen weltweit. Ihre Gewinne fließen in den US-Haushalt und decken staatliche Ausgaben.

Gesetzesbruch seit 1985

Bereits 1985 verbot der US-Kongress der Münzanstalt, Gold aus ausländischen Quellen zu verarbeiten. Damit sollte verhindert werden, dass die Institution von Menschenrechtsverletzungen und kriminellen Machenschaften profitiert. Doch wie die New York Times nachweist, hält sich die Münzanstalt seit Jahrzehnten nicht an dieses Gesetz – unabhängig davon, welche Partei in Washington regiert. Dadurch ermöglicht sie es sogar einigen der größten Feinde der USA, Gewinne aus dem amerikanischen System zu ziehen.

Gold als Milliardengeschäft

Gold ist einer der wertvollsten Rohstoffe der Welt. 1985 kostete eine Unze im Schnitt 317 Dollar. Heute liegt der Preis bei rund 4.688 Dollar – inflationsbereinigt fast das Fünffache. Die New York Times verfolgte Hundertmillionen Dollar an Gold aus fragwürdigen Quellen, darunter:

  • Eine Mine in Kolumbien, betrieben vom Clan del Golfo, einem vom US-Finanzministerium sanktionierten Kartell, das neben Drogen auch Gold handelt;
  • Eine kongolesische Mine, an der die chinesische Regierung beteiligt ist;
  • Gold aus Minen, die von Gruppen mit Verbindungen zu Al-Qaida kontrolliert werden.

Das gewaschene Gold finanziert Kriege, Autokratien und Terror. Es stärkt Regime wie Russland, das damit den Krieg in der Ukraine finanziert, oder den Iran und Venezuela, die damit internationale Sanktionen umgehen. In der Demokratischen Republik Kongo hat der Goldbergbau bereits große Teile des Regenwalds zerstört. Arbeiter mischen Quecksilber in den Schlamm, um Gold zu binden – und vergiften dabei sich selbst und die Umwelt.

Münzanstalt leugnet zunächst, korrigiert dann die Aussage

Auf Nachfrage der New York Times behauptete ein Sprecher der US-Münzanstalt zunächst, das Gold stamme ausschließlich aus den USA. Als die Zeitung jedoch Beweise für die Herkunft aus ausländischen, illegalen Quellen vorlegte, ruderte der Sprecher zurück und räumte ein, dass auch ausländisches Gold verarbeitet werde.

„Die US-Münzanstalt hat über Jahrzehnte hinweg gegen geltendes Recht verstoßen und damit kriminelle Strukturen gestärkt. Statt Sicherheit zu garantieren, wird sie zum Werkzeug der Geldwäsche.“ – New York Times