Am 26. April 1995 traf der US Supreme Court ein historisches Urteil im Fall U.S. v. Lopez. Das Urteil markierte einen Wendepunkt in der Rechtsprechung zur Gewaltenteilung und den Befugnissen des Kongresses. Mit einer knappen Mehrheit von 5:4 Richtern entschied das höchste Gericht der USA, dass der Kongress seine Kompetenzen überschritten hatte, als er das Gun-Free School Zones Act von 1990 erließ.
Das Gesetz verbot das Mitführen von Schusswaffen in Schulbezirken. Der Supreme Court urteilte jedoch, dass der Kongress keine Befugnis habe, solche lokalen Regelungen auf Bundesebene zu erlassen, da dies nicht unter die Handelsklausel der Verfassung falle. Die Entscheidung stärkte die Rechte der Bundesstaaten und setzte der expansiven Auslegung der Kongressgewalt Grenzen.
Der Fall wurde von Alfonso Lopez Jr. ausgelöst, einem Schüler, der mit einer Waffe in der Schule erwischt wurde. Er wurde zunächst nach Bundesrecht angeklagt, doch seine Verteidiger argumentierten erfolgreich, dass der Kongress keine Zuständigkeit für diesen Fall habe. Das Urteil hatte weitreichende Folgen für die Rechtsprechung zu Bundesgesetzen und die Abgrenzung der Kompetenzen zwischen Bund und Einzelstaaten.
Der Fall U.S. v. Lopez gilt bis heute als einer der wichtigsten Präzedenzfälle für die Begrenzung der Bundesgewalt in den USA. Er unterstreicht die Bedeutung der verfassungsmäßigen Gewaltenteilung und der Rechte der Bundesstaaten.