Verkehrsminister Duffy: Politik adé, Roadtrip statt Amtspflichten

Sean Duffy, seit Januar 2025 US-Verkehrsminister, hat mehr Zeit auf Reisen mit seiner Familie verbracht als mit der Leitung des Verkehrsministeriums. Wie der Sender Fox News am Freitag bekannt gab, drehte er über sieben Monate hinweg eine Reality-Show namens „The Great American Road Trip“ – eine Dokumentation über eine Reise durch die USA.

Nur acht Bundesstaaten und konservative Hochburgen

Die Serie, die auf YouTube veröffentlicht werden soll, zeigt Duffy und seine Familie auf einer Tour durch ausgewählte Bundesstaaten. Dazu gehören Pennsylvania, South Carolina, Tennessee, Florida, Texas, Arizona, Montana und Massachusetts sowie Washington, D.C. – allesamt Regionen mit konservativer Prägung.

In einem Interview mit Fox News erklärte Duffy, die Reise sei seine Idee gewesen: „Ich wollte mich auf das 250-jährige Jubiläum Amerikas einlassen“, sagte er. Duffy und seine Frau Rachel Campos-Duffy trafen sich 1998 während einer Roadtrip-Show für MTV. „Unser Motto lautet: ‚Amerika lieben heißt Amerika sehen.‘“

Trump gab den Anstoß – YouTube statt iPhone-Clips

Campos-Duffy präzisierte später, dass die Idee ursprünglich von Ex-Präsident Donald Trump stammte. Dieser habe sein Kabinett aufgefordert, kreative Wege zu finden, um das Jubiläum zu feiern. „Wir dachten zunächst, wir würden es mit unseren iPhones machen und kleine Clips drehen“, erklärte sie. „Doch dann entschieden wir uns, es richtig anzugehen: kostenlos, auf YouTube, damit ganz Amerika zuschauen kann.“

Die Familie wollte damit ein Zeichen setzen: „Eine weitere Familie soll sagen: ‚Steigt ins Auto und macht Erinnerungen, seht euch Amerika im Jahr ihres Geburtstags an.‘“ Kritische Stimmen zur langen Abwesenheit Duffys vom Amt wischte sie mit einem Vergleich beiseite: „Wir leben in einer ‚PornHub-Welt‘. Das hier ist familienfreundliche Unterhaltung.“

Kosten der Reise bleiben unklar

Während die Duffys Familien und Amerikaner dazu aufrufen, ebenfalls das Land zu erkunden, bleibt unklar, wie sich dies finanziell umsetzen lässt. Die hohen Spritpreise und Reisekosten stellen viele Haushalte vor Herausforderungen. Dennoch betonten die Duffys, dass 2026 das perfekte Jahr für solche Abenteuer sei.

„To love America is to see America.“
– Sean Duffy, US-Verkehrsminister

Kritik an Duffys Prioritäten

Die Enthüllungen lösten in sozialen Medien kontroverse Reaktionen aus. Nutzer wie der Journalist Aaron Rupar wiesen auf die ungewöhnliche Dauer der Reise hin: „Sieben Monate – mehr als ein halbes Jahr! – auf Roadtrip, während Duffy Verkehrsminister ist.“

Die Frage bleibt: Wie viel Zeit bleibt einem Minister für seine offiziellen Pflichten, wenn ein Großteil der Amtszeit für private Projekte genutzt wird? Die Debatte über die Balance zwischen Amt und persönlichen Ambitionen ist damit neu entfacht.