Der republikanische Abgeordnete Chuck Edwards (North Carolina) steht unter dem Verdacht, sich gegenüber jungen Mitarbeiterinnen unangemessen verhalten zu haben. Eine Ethik-Untersuchung des Repräsentantenhauses prüft nun die Vorwürfe, wie Axios exklusiv berichtet.

Die Ermittlungen wurden unter anderem durch das Verhalten des Politikers gegenüber zwei weiblichen Mitarbeitern in ihren 20ern ausgelöst. Drei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, Edwards habe professionelle Grenzen überschritten und ein unangenehmes Arbeitsumfeld geschaffen. Die Quellen sprachen unter der Bedingung der Anonymität, um mögliche Repressalien zu vermeiden.

Eine der betroffenen Mitarbeiterinnen, deren Name aus Rücksicht auf die sensible Lage nicht genannt wird, äußerte sich gegenüber Vertrauten wiederholt unwohl über Edwards’ Verhalten – sowohl während als auch nach ihrer Beschäftigung in seinem Büro. Edwards selbst reagierte nicht auf mehrere Anfragen von Axios zur Stellungnahme.

In einer Stellungnahme vom Donnerstag gegenüber Axios zu den Ethik-Ermittlungen erklärte Edwards:

„Ich begrüße jede Untersuchung, angesichts der Professionalität meines Teams und meines Engagements für die Bürger West-North Carolinas. Angesichts der aktuellen politischen Lage in unserem Land ist es nicht überraschend, dass andere mit eigenen politischen Agenden versuchen, falsche Anschuldigungen zu erheben, um Schlagzeilen zu generieren.“

Laut zwei mit der Situation vertrauten Quellen verbrachten Edwards und eine der Mitarbeiterinnen gemeinsam einen Urlaub in Las Vegas – Monate nach ihrem Ausscheiden aus seinem Büro. Axios konnte Hotelrechnungen einsehen, die Edwards’ Buchung zweier Zimmer im Bellagio vom 8. bis 11. November 2025 belegen. Zudem deuten Nachrichten darauf hin, dass die Mitarbeiterin an mindestens einem dieser Tage ebenfalls in der Stadt war.

Zum Zeitpunkt des Trips herrschte in Edwards’ Büro Besorgnis, da der Abgeordnete nach Washington zurückkehren musste, um über die Wiedereröffnung der Regierung trotz flugbedingter Verzögerungen durch den Shutdown abzustimmen.

In einem dreiseitigen handschriftlichen Brief, den die Mitarbeiterin kurz vor ihrem Ausscheiden erhielt, drückte Edwards tiefe persönliche Zuneigung aus. Der Brief, den Axios einsehen konnte, beginnt mit den Worten:

„Sie sind die wunderbarste Frau. Ich wünschte, ich könnte die Freude und Bedeutung erklären, die unsere gemeinsame Zeit im Büro – vor allem aber außerhalb davon – für mich hatte.“

Weiter heißt es:

„Ihre Freundlichkeit, Ermutigung und Ausgelassenheit haben ein komplexes Kapitel in meinem Herzen geschrieben, das ich nie auslesen werde.“
Der Brief endet mit den Worten:
„Mit lebenslanger Wertschätzung und Hingabe, Chuck.“

Edwards ist seit 1980 verheiratet. Zudem soll er der Mitarbeiterin während ihrer Beschäftigung persönliche Geschenke gemacht haben, darunter Schmuck. Drei Quellen mit direktem Wissen bestätigen dies. Ein weiteres Geschenk war ein individuelles Puzzle, das nach dem Zusammenbau ein Bild des Schauspielers Adam Sandler zeigte – begleitet von einer handschriftlichen Notiz.

Quelle: Axios