Rücktritt der Arbeitsministerin

Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer hat ihren Rücktritt bekannt gegeben, um eine Stelle im Privatsektor anzutreten. Dies gab der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, am Montag bekannt. Ihr Stellvertreter, Keith Sonderling, wird die Position kommissarisch übernehmen.

Vorwürfe und Untersuchungen

Chavez-DeRemer stand während ihrer Amtszeit wiederholt in der Kritik. Ihr wurden unter anderem vorgeworfen, Steuergelder für private Reisen missbraucht zu haben. Whistleblower beschuldigten sie zudem, Mitarbeiter angewiesen zu haben, fiktive Dienstreisen zu organisieren, um persönliche Aufenthalte zu finanzieren. Diese sollen teilweise mit Familienmitgliedern und Freunden unternommen worden sein.

Laut Berichten des New York Post soll es in ihrem Büro zudem einen „Vorrat“ an Alkohol gegeben haben, den sie während der Arbeitszeit konsumierte. Zusätzlich wurden ihr unangemessene Beziehungen zu Mitarbeitern, darunter ein Mitglied ihres Sicherheitspersonals, vorgeworfen.

Interne Ermittlungen und Personalwechsel

Seit Beginn der internen Ermittlungen durch den Generalinspekteur des Arbeitsministeriums wurden mindestens vier Mitarbeiter entlassen oder beurlaubt. Ihr Stabschef und dessen Stellvertreter mussten im März zurücktreten. Der Direktor für Vor-Ort-Einsätze klagte gegen seine Entlassung.

Ein weiterer Vorfall betrifft die Kommunikation zwischen Chavez-DeRemer und ihren Mitarbeitern. New York Times-Berichten zufolge wurden junge Mitarbeiterinnen aufgefordert, sich auf ihren Ehemann und Vater zu „konzentrieren“. Ihr Vater, Richard Chavez, schrieb einer Mitarbeiterin:

„Ich habe gehört, dass du in der Stadt bist. Ich wünschte, du würdest mir Bescheid geben. Ich hätte mir Ausreden einfallen lassen können, um rauszukommen und dir die Stadt zu zeigen. Bitte behalte das für dich.“

Kontroversen um den Ehemann

Ihr Ehemann, Shawn DeRemer, sorgte ebenfalls für Aufsehen. Er wurde nach Berichten über sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen vom Gelände des Arbeitsministeriums verbannt. Ein Vorfall soll sogar auf Video festgehalten worden sein, wie New York Times unter Berufung auf Polizeiberichte und Zeugen berichtete.

Keine offiziellen Anschuldigungen

Bisher wurde Chavez-DeRemer keine strafbare Handlung offiziell vorgeworfen. Die Trump-Administration bezeichnete die Vorwürfe als „grundlos“. In einer Stellungnahme auf X (ehemals Twitter) dankte sie Präsident Trump und betonte, stolz auf die Arbeit des Arbeitsministeriums zu sein.

„Es war eine Ehre und ein Privileg, in dieser historischen Regierung zu dienen und für den größten Präsidenten meiner Zeit zu arbeiten. Auch wenn meine Amtszeit nun endet, werde ich weiterhin für die amerikanischen Arbeitnehmer kämpfen. Ich freue mich auf die Zukunft und die neuen Herausforderungen im Privatsektor.“
Quelle: Axios