Ein Influencer in der Kritik: Nick Fuentes und seine "Groyper"-Anhänger

John Lawrence, ein Anhänger des rechtsextremen Podcasters Nick Fuentes, postete kürzlich ein Foto von sich und einem weiteren Unterstützer des Influencers während eines Interviews mit dem CNN-Reporter Donie O’Sullivan. Lawrence, der regelmäßig Clips von Fuentes auf Instagram verbreitet, sah darin eine Chance, seine Reichweite zu vergrößern. In der Bildunterschrift bezeichnete er sich und seinen Begleiter als "mogging" – ein Slang-Begriff, der bedeutet, dass man stärker oder attraktiver wirkt als der Journalist.

Die Wende: Von Bewunderung zu Spott

Doch die Stimmung kippte schnell. Als erste Bilder des noch unveröffentlichten Interviews online gingen, meldete sich Fuentes selbst zu Wort – und zeigte sich empört über das Auftreten seiner Anhänger. In einem Telegram-Post schrieb er:

"Kann mich bitte jemand sofort töten?"
Dabei zoomte er auf Lawrences unpassende taupefarbene Loafers. Weiter kritisierte er:
"Behauptet nicht, mich zu vertreten, wenn ihr so aussieht und einen BMI von über 25 habt."

Fuentes veröffentlichte zudem ein Foto der beiden mit T-Shirts, auf denen sein Gesicht abgebildet war, während sie neben O’Sullivan hergingen. Als Kontrast dazu postete er ein Bild von Peter Griffin aus der Serie Family Guy, der aus einem Fenster springt – vermutlich in den Tod. Seine Anhänger griffen die Kritik sofort auf und verstärkten sie.

Fat-Shaming und persönliche Angriffe

Besonders verletzend war, dass die gesamte Empörung nicht auf Inhalte des Interviews zurückging – denn dieses war noch nicht veröffentlicht worden. Stattdessen konzentrierte sich die Kritik auf das Aussehen und die Kleidung der beiden Männer. Ein Unterstützer namens "Beardson Beardly" drohte in einem Chat sogar damit, dass Lawrence "doxxed" und sein Leben ruiniert werden sollte.

Diese Reaktion zeigt nicht nur die toxische Dynamik in sozialen Medien, sondern auch die internen Spannungen innerhalb der sogenannten Groyper-Bewegung. Fuentes, der sich sonst als Anführer einer rechtsextremen Jugendbewegung inszeniert, distanzierte sich damit von seinen eigenen Anhängern – und löste damit eine Welle der Empörung aus.

Hintergrund: Wer sind die "Groyper" und was wollen sie?

Die Groyper-Bewegung ist eine rechtsextreme Online-Community, die sich um Nick Fuentes und seinen Podcast America First gebildet hat. Der Begriff "Groyper" leitet sich von einem Internet-Meme ab und steht für eine aggressive, oft rassistische und antisemitische Haltung. Die Anhänger der Bewegung nutzen soziale Medien, um ihre Ideologie zu verbreiten und politische Gegner zu diffamieren.

Fuentes selbst ist eine umstrittene Figur, die bereits mehrfach wegen Hassrede und rassistischer Äußerungen in die Kritik geraten ist. Seine Distanzierung von den eigenen Anhängern wirft nun Fragen auf: Handelt es sich um eine strategische Inszenierung oder um echte interne Konflikte?

Fazit: Toxische Dynamik in der rechtsextremen Szene

Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie schnell sich die Stimmung in rechtsextremen Online-Communities ändern kann. Während Fuentes sich als Anführer inszeniert, distanziert er sich von seinen Anhängern, sobald diese nicht mehr seinem Ideal entsprechen. Die Empörung über Lawrences Aussehen und Kleidung offenbart zudem die oberflächlichen und toxischen Strukturen innerhalb der Bewegung.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Groyper-Bewegung weiterentwickelt – und ob Fuentes seine Anhänger weiterhin so öffentlich bloßstellen wird.