Neue Studie: Aspirin bietet kaum Schutz vor Darmkrebs
Eine großangelegte Analyse bisheriger Studien kommt zu dem Ergebnis, dass tägliche niedrig dosierte Aspirin-Einnahme das Risiko für Darmkrebs nicht signifikant senkt. Im Gegenteil: Sie könnte sogar das Risiko für Blutungen im und um das Gehirn erhöhen.
Kein klarer Nutzen in den ersten 15 Jahren
Die Forscher analysierten Daten aus zehn randomisierten klinischen Studien mit über 120.000 Teilnehmern. Das Ergebnis: Weder nach 5 noch nach 15 Jahren zeigte sich ein nennenswerter Schutz vor Darmkrebs durch tägliche Aspirin-Einnahme. Langfristig könnte es zwar möglicherweise einen minimalen Effekt geben – doch die Wissenschaftler sind sich dessen nicht sicher.
Mögliche Risiken überwiegen
Die Studie weist darauf hin, dass Aspirin das Risiko für tödlich verlaufenden Darmkrebs in den ersten 15 Jahren sogar erhöhen könnte. Langfristig könnte es zwar helfen, Todesfälle zu reduzieren – doch auch hier fehlt den Forschern die nötige Sicherheit für eine klare Empfehlung. Zudem steigt das Risiko für Hirnblutungen durch regelmäßige Aspirin-Einnahme.
„Es ist nicht möglich, definitive Schlussfolgerungen zu ziehen oder konkrete Empfehlungen für die routinemäßige Einnahme von Aspirin zur Darmkrebsprävention zu geben.“
Cochrane Database of Systematic Reviews
Experten raten von Aspirin zur Krebsprävention ab
Dr. Ketan Thanki, Darmkrebschirurg am MemorialCare Todd Cancer Institute in Kalifornien, warnt vor einer regelmäßigen Aspirin-Einnahme allein zur Krebsvorsorge: „Diese Studie zeigt, dass der Schutz vor Darmkrebs durch Aspirin minimal oder nicht vorhanden ist.“
Zudem betont er die bekannten Risiken einer Langzeiteinnahme, darunter Blutungen. „Ich würde niemandem empfehlen, täglich Aspirin einzunehmen, nur um das Darmkrebsrisiko zu senken.“
Was stattdessen hilft: Lebensstiländerungen
Statt auf Aspirin zu setzen, raten Experten zu bewährten Maßnahmen zur Darmkrebsprävention:
- Pflanzenbasierte Ernährung: Viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, wenig rotes Fleisch und verarbeitete Lebensmittel.
- Alkoholverzicht oder -reduktion: Regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht das Darmkrebsrisiko.
- Bewegung: Mindestens 30 Minuten moderate Aktivität pro Tag senken nachweislich das Risiko.
- Rauchen vermeiden: Tabakkonsum ist ein weiterer Risikofaktor für Darmkrebs.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Koloskopien ab dem 50. Lebensjahr (oder früher bei familiärer Vorbelastung) können frühzeitig Krebsvorstufen erkennen.
Fazit: Aspirin kein Wundermittel, Lebensstil entscheidend
Die aktuelle Studie bestätigt, dass Aspirin kein wirksames Mittel zur Darmkrebsprävention ist. Stattdessen setzen Experten auf eine gesunde Lebensweise und regelmäßige Vorsorge. Wer dennoch Aspirin einnimmt, sollte dies nur nach Rücksprache mit einem Arzt tun – insbesondere bei bestehenden Risikofaktoren für Blutungen.