Drei Premier-League-Teams haben in dieser Saison bereits mindestens zwei Trainer entlassen. Nottingham Forest (drei Entlassungen) und Tottenham Hotspur stecken im Abstiegskampf fest. Bei ihnen sind die Trainerwechsel nachvollziehbar, auch wenn sie bisher keine Besserung brachten. Doch Chelsea, das dritte Team, hat mit Abstiegsängsten nichts zu tun – und feuert trotzdem.
Warum Chelsea seinen Trainer Liam Rosenior entließ
Chelsea entließ am Mittwoch Liam Rosenior, obwohl der Verein nicht abstiegsgefährdet ist. Rosenior übernahm den Posten am 6. Januar, nachdem Enzo Maresca gefeuert worden war. Seine Hauptqualifikation: Er war bereits Teil des Chelsea-Ökosystems. Vor seiner Zeit bei den Blues trainierte er den französischen Verein Strasbourg, der wie Chelsea zum BlueCo-Konzern gehört. Diese interne Beförderung sicherte ihm einen Sechsjahresvertrag.
Doch Roseniors Bilanz spricht eine klare Sprache: In 13 Premier-League-Spielen holte er nur 17 Punkte (5 Siege, 2 Unentschieden). Vier dieser Siege gelangen in den ersten vier Spielen – ein klassischer „Neuanfangseffekt“. Die Gegner: Brentford (9.), Crystal Palace (13.), West Ham (17.) und bereits abgestiegene Wolverhampton Wanderers. Danach folgten Unentschieden gegen Leeds und Burnley sowie eine 2:1-Niederlage gegen Arsenal. Sein letzter Sieg war ein 4:1 gegen Aston Villa am 4. März.
Ein Muster seit Abramowitsch: Trainer kommen und gehen
Seit Roman Abramowitsch 2003 die Blues übernahm, ist ein Trainerwechsel bei Chelsea fast schon Routine. Kaum ein Coach bleibt länger als zwei Jahre im Amt. Die Gründe variieren: Manchmal sind es sportliche Misserfolge, oft aber auch interne Machtkämpfe oder unrealistische Erwartungen der Eigentümer.
„Chelsea hat eine lange Tradition, Trainer schnell zu feuern – selbst wenn es keinen sportlichen Grund dafür gibt.“
– Fußball-Experte
Die Folgen der häufigen Trainerwechsel
Die ständigen Wechsel führen zu Instabilität. Spieler und Fans leiden unter der Unsicherheit. Zudem kosten die Entlassungen und Neueinstellungen Millionen – ohne Garantie auf sportlichen Erfolg. Roseniors Fall zeigt: Selbst interne Lösungen wie seine Beförderung aus dem eigenen System führen selten zum erhofften Durchbruch.
Fazit: Chelsea bleibt seinem Ruf treu
Während andere Premier-League-Teams wie Nottingham Forest oder Tottenham mit Abstiegsängsten kämpfen, gibt es für Chelsea keinen triftigen Grund für den Trainerwechsel. Doch die Geschichte wiederholt sich: Seit Jahren feuert der Verein seine Trainer in rasantem Tempo. Ob Rosenior der nächste in einer langen Reihe sein wird, bleibt abzuwarten – doch die Chancen stehen nicht schlecht.