Tesla hat erneut einen Rückruf für den Cybertruck angekündigt – diesmal wegen eines potenziell gefährlichen Defekts: Die Räder könnten sich während der Fahrt lösen. Betroffen sind alle 173 gebauten Modelle mit Hinterradantrieb, die Tesla im vergangenen Jahr für 70.000 US-Dollar angeboten hatte.

Wie aus einem Rückrufhinweis an die US-Verkehrsbehörde NHTSA hervorgeht, liegt die Ursache in problematischen Bremsscheiben. Diese sind mit Schrauben an den Radnaben befestigt. Durch starke Belastungen beim Fahren – etwa auf holprigen Straßen oder in Kurven – können die Schraublöcher in den Bremsscheiben Risse bilden. Mit der Zeit vergrößern sich diese Risse, sodass sich die Schrauben lösen und das Rad vom Fahrzeug getrennt werden kann.

Ein solches Szenario birgt erhebliche Risiken: Ein Kontrollverlust über das Fahrzeug und damit eine erhöhte Unfallgefahr. Tesla warnt in dem Dokument ausdrücklich vor einem möglichen Kontrollverlust.

Die Probleme traten erstmals zutage, als ein Kunde sein Fahrzeug mit Beschwerden über „Pulsationen beim Bremsen“ in die Werkstatt brachte. Bei der Inspektion entdeckten Techniker Risse an den Bremsscheiben. Dies ist bereits der elfte Rückruf für den Cybertruck seit seinem Verkaufsstart Ende 2023.

Weitere Rückrufgründe in der Vergangenheit

  • Steckenbleibendes Gaspedal
  • Plötzlicher Leistungsverlust während der Fahrt
  • Abgelöste Karosserieteile aus Edelstahl
  • Herunterfallende Leuchteneinheit

Die Probleme mit den abfallenden Teilen sind kein Zufall: Tesla hatte für die Befestigung der Karosserieteile und der Leuchteneinheit auf minderwertigen Klebstoff gesetzt. Trotz des Versprechens, der Cybertruck sei „apokalypsefest“ und sogar kugelsicher, zeigen die zahlreichen Rückrufe das Gegenteil.

Besonders brisant: Der Rückruf betrifft alle jemals gebauten Cybertruck-Modelle mit Hinterradantrieb. Tesla hatte die Produktion des günstigeren Modells bereits nach wenigen Monaten eingestellt und im Februar durch ein Allradmodell für 60.000 US-Dollar ersetzt. Ein teureres Topmodell, der „Cyberbeast“ für knapp 100.000 US-Dollar, bleibt weiterhin im Angebot.

Laut Tesla wurden bisher drei Garantieansprüche gemeldet, die möglicherweise mit dem Raddefekt zusammenhängen. Das Unternehmen schätzt, dass etwa fünf Prozent der betroffenen Fahrzeuge den Defekt aufweisen könnten.

Quelle: Futurism